Radikale Idee für Schullandschaft
16.05.2011 | 21:41 Uhr 2011-05-16T21:41:00+0200
Kleve / Bedburg-Hau / Kranenburg. Radikal ist der Vorschlag von Bildungsgutachter Dr. Detlef Garbe für die Region Kleve-Kranenburg-Bedburg-Hau: Alle Realschulen und Hauptschulen in diesen drei Kommunen liefen aus (sämtliche jetzigen Schüler machen selbstverständlich dort noch ihre Abschlüsse).
Aber dann würden aus zwei Realschulen und vier Hauptschulen gemeindeübergreifend drei Gemeinschaftsschulen entstehen. Auch für sie gälte wie für Gesamtschulen ein 15-prozentiger Anteil an Gymnasial-Schülern (die aber anderswo ihr Abi bauen müssten). Vorteil: die Standorte Kranenburg und Bedburg-Hau wären sicher. Ohne Strukturänderung wären die dortigen Hauptschulen künftig einzügig und hätten laut Garbe-Prognose keine Existenzberechtigung (was Kranenburgs Bürgermeister Steins bezweifelte).
Nicht über diesen Inhalt kam Unruhe auf, sondern übers Verfahren in der gemeinsamen Sitzung Schulausschusses aus Kleve, Bedburg-Hau und Kranenburg gestern Abend in der Stadthalle. „Wir stimmen hier nicht über Gründung einer Gemeinschaftsschule ab“, betonte der Vorsitzende Udo Janssen (Kleve). Doch die Nachbarn aus Bedburg-Hau fühlten sich überrumpelt. Plötzlich sollten alle einen Sieben-Punkte-Beschluss als Verwaltungsauftrag fassen, ohne vorher davon zu wissen, ohne ihn schriftlich vorliegen zu haben („Ich weiß nicht, worüber ich da abstimme“), ohne in den Fraktionen darüber zu beraten. Die Klever nahmen es gelassener, aber Bedburg-Hau boykottierte: erneute gemeinsame Sitzung am 26. Mai, 16.30 Uhr im Bedburg-Hauer Rathaus.
Den Klevern sitzt der Terminkalender im Nacken. Die Bezirksregierung hat der Stadt Kleve eine Galgenfrist gesetzt bis zum 15. Juni. In vier Wochen muss Kleve etwas vorweisen, sonst ordnet die Bezirksregierung aufgrund des Elternwillens die Gründung einer Gesamtschule an.
Das stieß manchen Politikern komisch auf: Sechs einhalb der sieben Punkte im Beschluss dienten der Verwaltungs-Vorbereitung zur Gründung von Gemeinschaftsschule, ein halber kann auch auf die Gesamtschule angewendet werden. Erklärung: Für Modellschulen gebe es noch keine Konzepte, für Gesamtschulen schon.
Laut Dr. Garbe sie der Bevölkerungsrückgang im Kreis Kleve nicht dramatisch. Doch drängt die Zeit, falls man eine neue Schulform will. Für welche Alternative auch immer muss im Sommer ein Antrag und vor den Herbstferien ein Konzept abgeliefert werden. Das müssen Lehrer in ihrer Freizeit mit erarbeiten, Schulausschüsse müssen drei mal tagen, Gespräche mit Bezirksregierung und Ministerium laufen, Elterninformationsabende und Elternbefragungen gemacht werden.
Dr. Garbe warnte: „Demnächst wird das Finden von Schulleitungen sehr schwer und die Lehrerversorgung knapp und knapper“. Realschulen bekommen laut Stellenplan die wenigsten Lehrer.
10:44
Tja - offenbar sollen die Plätze 52 in NRW bei der Abi-Quote ( vorletzter) und 439 bundesweit im Familienatlas unter dem Puntk Bildung weiter behalten werden! Eine Gemeinschaftschule ohne eigene Oberstufe in Kleve. Rettet dem Claus sein Gymnasium! oder wie...?
Interessant auch, dass eine 6-zügige Gesamtschule in Kleve bautechnisch nicht möglich ist ( nun sind wir schon bei 6 Zügen - wo es doch immer hieß es gäbe nicht mal Bedarf für 3 oder 4...) - ein Teil von 18 Zügen der Gemeinschaftsschulen ( und für Kleve wären das wohl auch mindestens 6, oder?!) aber offenbar kein Problem ist! Kleinere Kinder, gestapelte Kinder oder was...? Also - das paßt irgendwie nicht, ganz und gar nicht!
Im Übrigen: Die Variante 1 Gesamtschule in Kleve und 2 Gemeinschaftsschulen in den Nachbarkommunen...geht solange nicht wie Hr. Brauer Bürgermeister und Hr. Cosar Schulexperte ist - haben sie jedenfalls gesaft; und kann man ja auch deutlich merken...