Queeken lieferten Lehrstück ab
12.02.2012 | 17:15 Uhr 2012-02-12T17:15:00+0100
Keppeln. Gut waren sie immer. Aber der jetzige Sitzungskarneval in der Dorfschule toppte bisherige Leistungen
Es sei hier vorweg genommen: Was die Keppelner Karnevalisten bei der ersten Abendsitzung servierten, war fast perfekt. Sitzungskarneval wie er sein sollte. Ursprünglich und mitreißend.
Robert Terheiden, Elferratschef, führte gewohnt entspannt durchs Programm, das von jeder Menge Queeken-Minis tanzend eröffnet wurde. Dann hagelten die närrischen Highlights: Redeprofi und Queekenchefin Steffi Neu zog sich die großen Bütt-Schuhe des pensionierten Gartenzwerges Hein Ries an und eröffnete als bunter Garten-Thor vielversprechend eine neue Ära der politischen Bütt. Klassisch, stark, witzig! Verlass war auch auf Hilla Heien, schreiend komisch hatte sie die Fans auf ihrer Seite.
Ein Überraschungsschlag gelang dem - auf der Bütt und im wirklichen Leben – „rasenden Reporter“ Christian Breuer. Ganze drei Wochen Vorbereitungszeit hatte er für den Spontanakt vor verwöhntem Queekenpublikum. Mit Seitenhieben auf Ryan-Air, Guttenberg, Biogas und Erdbeben bewies der Journalist, dass er mehr kann als nur Schreiben. Beweisen mussten andere gar nichts mehr: Andre Bodden und Steffi Neu sind wieder da mit ihrem umwerfend komischen Schlagabtausch zwischen Buur Jan und meditierender Großstadt-Tussi Jacqueline.
Debüt für Solo-Mariechen Melissa
Vorher hatte noch Ingrid Kohl als Martha erstaunliches Rapp-Talent mit Tattoo-Ärmeln bewiesen und verdient Zugaben gegeben. Dank der Tatsache, dass Delia Koenen die Queeken-Garde (hervorragend) trainiert, gab auch Töchterchen und Solo-Funkemariechen Melissa Koenen ihr Debüt. Dauerlächelnd verlangte sie ihrem Körper artistische Tanzeinlagen gekonnt ab. „Autsch“ dachte da so mancher angesichts der Extrem-Spagat-Einlagen.
„Die Drei“ - Rainer Wessels, Ralf Kerkmann und Klaus Görtz – demonstrierten den Charme von Sixpacks im Speckmantel. Lange schon dabei und dennoch ganz neu auf den Keppelner Bühnenbrettern in der Dorfschule: Marco & Lukas Aymanns. Neu deshalb, weil sie mit dem Bruderduo der Vorjahre nicht mehr viel gemeinsam haben. Denn aus den hölzernen Jungs mit „Schüchter-Charme“ sind handfeste Teenager geworden, denen die Freude am Auftritt ins Gesicht geschrieben stand. Frech und rotzig setzte Marco erstmals klare Schwerpunkte auf „Weiber und Zuckerschneckchen“, während sein Bruder Lukas den naiven Netten mimte. Eine gekonnte Darbietung nach dem Prinzip „Guter Bulle – böser Bulle“. Die „fleischgewordene Männlichkeit“ (so Terheiden) der KLJB-Jungs in witzigen Liebestötern sowie atemberaubende Show- und Gardetänze der Queekenmädels in fantastischen Kostümen taten ihr Übriges zum vollendeten Narrenabend. Den zu lange kalauernden Achim Verrieth hätte es da nicht mehr zwingend für einen perfekten Queekespiere-Abend gebraucht.
0mitdiskutieren