Provokation mit Eimer: Stell dir vor, es brennt...

Griethausen..  Verhalten im Brandfall: Brand melden (Telefon 112), zehn Minuten warten, dann den Haushalts-Löschkübel mit Wasser befüllen. Wenn das Feuer zu groß ist, die Nachbarn informieren und eine Kübelkette bilden. Ach, und eines dabei nicht vergessen: Ruhe bewahren.

Einen feuerroten Haushalts-Löschkübel hat heute Morgen jeder der etwa 500 Haushalte in Griethausen vor der Tür stehen. Ein Geschenk der Freiwilligen Feuerwehr Kleve, Löschgruppe Griethausen. Wie man sich denken kann, hat die ungewöhnliche Aktion einen ernsten Hintergrund. Die Löschgruppe benötigt dringend neue Einsatzkräfte. Die sind, wie der Name schon sagt, freiwillig. Die ganze Klever Feuerwehr besteht aus Ehrenamtlichen. Gäbe es sie nicht, wären die Steuer- und Abgabenbelastungen für die Bürger wohl deutlich höher. „Die Feuerwehr genießt den höchsten Stellenwert“, betont dann auch Bürgermeister Theo Brauer nachdrücklich. Aber der Trend geht nicht gerade zum Ehrenamt. „Wir haben eine Sollstärke von 27 Einsatzkräften, aber aktuell sind nur 16 aktiv“, sagt Jürgen van Acken, Löschgruppenführer Griethausen. Einer davon zieht in nächster Zeit nach Köln um, bleiben noch 15. Dazu kommt der Altersdurchschnitt, weshalb in den nächsten Jahren weitere Mitglieder ausscheiden müssen. „Persönliche Kontaktaufnahmen verliefen in den letzten Jahren leider erfolglos“, resümiert van Acken.

Einladung zum Mitmachen

Die unkonventionelle Werbeidee hat Feuerwehrmann Peter Look bei der Freiwilligen Feuerwehr im niedersächsischen Vallstadt/Alvesse abgeguckt. Die konnten 2013 mit dieser Aktion sechs neue Mitglieder begrüßen. Schließlich mag sich niemand wirklich vorstellen, dass im Brandfall keine Feuerwehr mehr anrückt. Darum bekommt zugleich jeder Bürger in Griethausen zwischen 17 und 45 Jahren mit dem Eimer eine Einladung. Am 1. Juni sollen die neugierig gewordenen Männer und Frauen dann am Feuerwehrhaus ein bisschen tiefer reinschnuppern in die Materie.

„Wir liegen in Kleve zwar deutlich über dem Bundesdurchschnitt, was die Mitglieder angeht, aber wir müssen den demographischen Faktor im Auge behalten“, sagt Ralf Benkel, der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr. Letztes Jahr konnte man insgesamt 15 neue Feuerwehrleute gewinnen, wovon drei aus der Jugendfeuerwehr kommen. Schlag auf Schlag geht es weiter. Am „Tag der Feuerwehr“ am 14. Juni stehen die Kinder im Mittelpunkt. Wer in die Jugendfeuerwehr eintritt, wird eines Tages vielleicht als Feuerwehrmann Leben retten. „Wir müssen an die Zukunft denken“, sagt Benkel.