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Schlaflabor

Professionelle Nachtruhe

09.06.2008 | 00:01 Uhr
Professionelle Nachtruhe

Goch hat seit Januar ein eigenes Schlaflabor. Das zeigt große Erfolge. Bis zu sechs Patienten pro Nacht.

GOCH. Schlafen ohne richtig zu schlafen – das geht. Die Folge: Stress. Denn der Körper erholt sich während der Nacht überhaupt nicht mehr. Der Mensch ist permanent müde, obwohl er von sich sagt, er habe ausreichend lange geschlafen. Oft weiß nur der Partner anderes zu berichten – von lautem Schnarchen und langen Atempausen beispielsweise. Dahinter kann sich eine folgenschwere Erkrankung verbergen: die obstruktive Schlafapnoe. Und genau die ist ein Fall von vielen für das Schlaflabor im Gocher Krankenhaus.

Dort wird seit Anfang des Jahres unter professioneller Aufsicht geschlafen. Zunächst mal nur eine Nacht. Sobald nämlich der Verdacht einer schlafbezogenen Atmungsstörung seitens des Hausarztes vorliegt, sollten Fachärzte wie Pneumologen (Lungenärzte) oder Schlafmediziner ran. Denn: Bluthochdruckerkrankungen oder Herzrhythmusstörungen können durchaus mögliche Folgen des „Nicht-Schlafens” sein. Und das, wo der Patient diese wohl niemals mit seinen Schlafgewohnheiten in Verbindung bringen würde.

Aber: „Wenn eine obstruktive Schlafapnoe vorliegt, atmet der Schlafende mehr als zehn Sekunden am Stück nicht”, erklärt Pneumologe Dr. Roman Dähne, Oberarzt der Abteilung für Innere Medizin im Gocher Wilhelm-Anton-Hospital. „Solche Atmungsblockaden können innerhalb einer Nacht mehrere hundert Mal auftreten – das ist purer Stress für den Körper”, ergänzt er. Durch den Sauerstoffmangel im Blut und den dadurch bedingten Stress löst der Körper eine Weckreaktion aus – für den Schlafenden unbewusst. Dadurch wird der für die Erholung wichtige Tiefschlaf immer wieder unterbrochen.

Das Schlaflabor liegt im ersten Stock des Gocher Krankenhauses. Anders als sonst sind die Zimmer mit Holzboden und nicht-gewöhnlichen Krankenhausbetten ausgestattet. Dass sich hinter dem nett ausgestatteten Zimmer eine Menge Technik verbirgt, nimmt der Patient gar nicht wahr. „Er soll sich hier wohl fühlen und gut schlafen können”, so Dähne.

Ist das dann geschehen, werden Atmung, Hirnschriften, Muskelanspannungen, Sauerstoffsättigung, Bewegungen von Bauch, Brustkorb und Beinen sowie vieles mehr technisch „überwacht”. Das Zusammenspiel dieser Ergebnisse wird am nächsten Morgen am Computer ausgewertet. 

Bis zu sechs Patienten gleichzeitig können „kontrolliert schlafen”, an fünf Tagen pro Woche. Die Auslastung sei durchweg gut, so Dähne, vier bis fünf Patienten pro Nacht seien immer vor Ort. Manchmal reiche schon eine simple Therapie für Zuhause: Das „Rückenschlaf-Verbot”. Dann bekommt der Patient eine Weste, mit der er nicht mehr auf dem Rücken liegend schlafen kann, so dass er normal atmet. Andernfalls kommt Schwester Ellen Makovec ins Spiel. Sie passt die Nasenmasken und Beatmungsgeräte an, die den Patienten zum Durchatmen und damit zum Durchschlafen verhelfen sollen.

„Hier sind schon tolle Erfolge erzielt worden”, so Dähne, der unter Leitung des Schlafmediziners Paul-Georg Behler auf der Station arbeitet, „die Patienten freuen sich unheimlich, wenn sie durch diese eine Nacht ihre Müdigkeit loswerden und wieder voll einsatzbereit sind.”

Katrin Reinders

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