Produktion zurückholen
20.11.2008 | 09:09 Uhr 2008-11-20T09:09:00+0100Paul K. Friedhoff (FDP) lud Unternehmer ins Technologiezentrum Kleve ein. Thema: „Brennpunkt Mittelstand”.
KLEVE. „Der Wert Europas, er ist jetzt zu greifen”, betonte FDP-Bundestagsabgeordneter Paul K. Friedhoff vor 45 Unternehmern im Technologiezentrum Kleve. Was er meinte? Die Finanzkrise und ihre Folgen, auch politisch. „In Europa gibt's überall Sprengsätze, etwa in Irland und Spanien. Aber Europa ist, anders als vor 80 Jahren, in sich verschachtelt”, sagte Friedhoff. Die politische Lage werde wohl „trotz der wirtschaftlich schwierigen Zeiten” stabil bleiben, weil es eine demokratische Einstellung der Deutschen gebe – „gepaart mit der Unmöglichkeit, etwa anderes zu tun...”
„Regeln müssen sein, für alle”, sagte er mit Blick auf die Bankenkrise. Die Politik müsse sie aufstellen, dürfe aber nicht selber mitspielen. Gleichzeitig kritisierte Friedhoff „weit verbreitete Raffgier”. „In den USA gibt's Manager in der zweiten Reihe, die im Jahr 800 Mio. US-Dollar verdient haben...”
Dass die Wirtschaftskrise auch im Kreis angekommen ist, merkte ein Maschinenbauer an. „Selbst Chinesen zahlen nicht mehr.” Das sei kein Einzelfall, ergänzte ein Bänker. Ein Bauunternehmer wetterte gegen die Stadt, sprach von „Gier”, weil die Kommune Grundstücke im Wert von 70 Mio. € „zusammengerafft hat” und sie teuer, zu teuer verkaufe.
Arbeitszeit rauf, wieder mehr auf Produktion setzen: So könne der Standort D. aus der Krise fahren, riet Friedhoff.
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