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Historie

Preußisch durch und durch

04.01.2010 | 12:05 Uhr

Kalkar. Bereits unter dem Preußenkönig Friedrich II. hat er sich als Reitergeneral bis in unsere Zeit einen Ruf erworben, Straßen und Denkmäler tragen seinen Namen oder zeigen ihn, und gerade am Niederrhein haben sich viele Reitervereine mit ihm geschmückt.

Die Rede ist von Friedrich Wilhelm von Seydlitz (1721-1773), den Gerhard Kaldewei in seinem Buch „Nur ein General!” (aschenbeck media, 220 Seiten, 19,80 Euro) auch in seinen Nachwirkungen bis in das 20. Jahrhundert hinein faktenreich beschreibt.

Dabei kam dem Autor Gerhard Kaldewei mit Sicherheit zugute, dass er als einstiger Leiter des städtischen Museums Kalkar eine gewisse Nähe, wenn auch nicht ideologisch, zu diesem durch und durch preußischen Soldaten hatte aufbauen können, auch wenn er seit den 90er Jahren nicht mehr am Niederrhein gearbeitet hat.

Autor Kaldewei kann bei seiner umfangreich gestalteten Recherche, gut lesbar, nicht im Stil einer wissenschaftlichen Arbeit, zu der der Autor durchaus auch fähig gewesen wäre, nichts endgültig über den Geburtsort dieser „preußischen Legende” beitragen, kann aber verschiedene historische Quellen nennen und für den interessierten Leser heranziehen.

Namensgeber für die Kaserne

Nach wie vor gilt, was Anfang der 90er Jahre das Kalkarer Stadtarchiv auf Anfrage des Bundesverteidigungsministeriums mitteilte, als es darum ging, für die bis dato „Luftwaffenkaserne auf dem Kalkarer Beginenberg” einen neuen Namen zu finden: F. W. von Seydlitz sei in oder bei Kalkar geboren.

Soweit streiten sich die Lager bis heute, allerdings hat ein Geburtsort bei Kalkar immerhin zu einem Denkmal auf dem Marktplatz geführt (bis 1949) oder zur Benennung eines Geburtshauses in der Innenstadt.

Fest steht, und dafür nennt Kaldewei Belege und Dokumente, dass der kleine F.W. in Rees getauft wurde, weil im Raum Kalkar zu dieser Zeit kein evangelischer Pfarrer eingesetzt war.

Noch einmal rückte der Reitergeneral vor rund 20 Jahren in den Blickpunkt der niederrheinischen Öffentlichkeit: als Namensgeber für den Kalkarer Luftwaffenstandort. Selbst im Kalkarer Stadtrat gab es Bedenken. Und auch in einer internen Stellungnahme des Ministeriums hieß es damals: Der Namensgeber General von Seydlitz sei wenig geeignet, der Kaserne im Sinne einer vorbildlichen Traditionspflege einen (neuen) Namen zu geben. Dennoch: Seit dem Jahr 1992 prangt der bronzene Namenszug „Von-Seydlitz-Kaserne” am Haupttor.

Rolf Zurek

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