Pop-Oratorium für Sturkopf Luther

In vielen Proben bereiten sich die Bedburg-Hauer Jugendlichen vor.
In vielen Proben bereiten sich die Bedburg-Hauer Jugendlichen vor.
Foto: privat
Was wir bereits wissen
Jugendchor „Colourful Voice“ aus Bedburg-Hau macht mit. 3000 Stimmen, Rockband und Symphonieorchester. Am Reformationstag ist Welturaufführung

Bedburg-Hau.  . Bei einem „Projekt der tausend Stimmen“ macht auch der Jugendchor aus Bedburg-Hau, Colourful Voice, mit. Er singt das Pop-Oratorium Luther zusammen mit weitere 3000 Sängern.

In vielen Proben bereiten sich die 24 Jugendlichen inhaltlich und gesanglich auf dieses besondere Ereignis vor. Sehens- und hörenswert ist die Aufführung wegen des spektakulären Formats: Eben 3000 SängerInnen, dazu zwölf erfahrene Musical-Darsteller, ein 40-köpfiges Symphonie-Orchester, eine Band mit sechs Musikern und rund 100 teils ehrenamtliche Mitarbeiter hinter den Kulissen sollen für Gänsehautfeeling sorgen.

Katholisch und reformatorisch

Der Chor der katholischen Kirchengemeinde Johannes der Täufer, Bedburg-Hau, widmet sich im Projekt Episoden von Martin Luthers Leben und dem geschichtlichen Rahmen. Das verarbeiteten der erfolgreichste deutsche Bühnenautor Michael Kunze („Elisabeth“, „Tanz der Vampire“, „Mozart!“ etc.) und der Komponist und Produzent Dieter Falk (Produzent für „Pur“, „Pe Werner“, „Monrose“ u.a.) zum großen Bühnenstück.

„Das Pop-Oratorium Luther ist kein Historienspiel, sondern ein Fest der tausend Stimmen. Wir holen Luther vom Podest und feiern mit ihm den Sieg des individuellen Gewissens über die übermächtige Autorität einer fragwürdigen Tradition“, sagt Michael Kunze, der sich für die Textarbeit am Stück tief in die Geschichte rund um die Reformation einarbeitete.

Auch Dieter Falk ist begeistert von dem Stoff, den er in engem Austausch mit Michael Kunze musikalisch verarbeitet hat: „Luther war mitunter auch ein ‚Dickkopf‘. Den kann ich nicht mit weichgespülten Balladen unterlegen. Ein Sturkopf braucht auch eine Rockband, die wirklich Gas gibt. Wir haben ein großes Orchester auf der Bühne, bei dem das tiefe Blech richtig reinhaut und die Posaunen, die Tuba und die Trompeten auch mal funky spielen.“

Im Mittelpunkt der Handlung steht Martin Luther, der 1521 vor dem Reichstag von Worms aufgefordert ist, seine kirchenkritischen Aussagen zu widerrufen. Mit Rückblenden und Ausblicken rund um das dortige Geschehen erzählt das Pop-Oratorium von Luthers Ringen um die biblische Wahrheit und von seinem Kampf gegen Obrigkeit und Kirche – eine spannende Geschichte um Politik und Religion. Und ein außergewöhnlicher Zugang zu einer hochaktuellen Frage: Wie und warum konnte Luthers Aufforderung zum „Selber denken“ umfangreiche Veränderungen in der Gesellschaft, in Ehe und Familie, in Bildung, Wissenschaft, Kunst und Musik auslösen?

Bus ab Bedburg-Hau

Martin Luther (* 1483 / † 1546), der Augustinermönch, gilt als die zentrale Figur der Reformation. Im Jahr 2017 jährt sich am 31. Oktober zum 500. Mal Luthers sogenannter Thesenanschlag, der Beginn der Reformation, die Mitteleuropa grundlegend veränderte.

Zu diesem Jubiläum hat die Stiftung Creative Kirche aus Witten das Pop-Oratorium Luther als Projekt der tausend Stimmen angestoßen. Es wird veranstaltet in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche von Westfalen und in Kooperation mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Prof. Dr. Dr. Margot Käßmann, Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsjubiläum 2017, hat die Patenschaft für das Projekt übernommen.

Am 31. Oktober 2015 (Reformationstag) ist die Welturaufführung in der Dortmunder Westfalenhalle um 14 Uhr. Eine zweite Vorstellung folgt am selben Tag um 19 Uhr. Im Jahr 2017 folgen weitere Aufführungen, u.a. in Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, München oder Stuttgart.