Polizeischutz für Absperrgitter an Rheinbrücke

Die Schiffe quälten sich gestern durch die Wellen des Rheins.
Die Schiffe quälten sich gestern durch die Wellen des Rheins.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Weil Sturmtief Niklas mit Windböen zwei Anhänger auf der Brücke zwischen Emmerich und Kleve umkippte, wurde diese bis abends gesperrt. Viele Umleitungen für Autofahrer. Bahn auf linker Rheinseite fuhr

Kreis Kleve..  Gleich zwei wütende Jungs fegen seit Montag über den Niederrhein. Die Rede ist von Sturmtief Mike – der gestern von Niklas abgelöst wurde. Der Deutsche Wetterdienst und der Klever Wetterspezialist Hubert Reyers warnten ganztägig vor Sturmstärken mit Orkanböen bis 90 Stundenkilometer. „Zum Vergleich: Kyrill brachte damals Spitzenböen bis 134 km/h ins Kleverland“, erklärt Reyers auch auf seiner Homepage www.wetter-niederrhein.de.

Von derart heftigen Böen blieb der Kreis Kleve gestern verschont. Aber vielerorts reichten 80 bis 90 km/h, um Dächer fliegen zu lassen und Bäume zu entwurzeln. Wie beispielsweise in Nierswalde und Pfalzdorf, wo die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Goch beim Beseitigen der Hölzer half und in Gochs Stadtmitte auch ein halb abgerissenes Vordach an einer Tankstelle vorsorglich ganz entfernte. „Das war sicherer“, erklärte der Sprecher der Gocher Feuerwehr, Torsten Matenaers.

Bemerkenswert, so Reyers, sei der Sturm aus zwei Gründen. Einmal, da er recht spät in der Saison auftrat und zweitens, dass er so lange (mehr als 12 Stunden) anhält. „Beides ist eher ungewöhnlich.“ Typisch für den Niederrhein sind Stürme im Herbst- oder Winter (bis Anfang März).

Anstrengend wurde es für Pendler: Glück hatten Bahnreisende, weil die Nordwestbahn den Verkehr nicht einstellte (wie es ab 11 Uhr im sonstigen VRR-Gebiet geschah), die am Streckenende aber gucken mussten wie sie weiterkommen. Pech hatten jene, die über die Rheinbrücke gen Emmerich (oder zurück) wollten. Verletzt wurde dort niemand. Doch nachdem erst ein PKW-Anhänger bei Windböen zwischen der Stufe 8 und 9 umkippte und dann ein LKW-Anhänger in die Leitplanke der Brücke gedrückt wurde, sperrten die kooperierenden Straßenverkehrsbehörden von Kleve und Emmerich um 11.30 Uhr die Rheinbrücke.

Weil Autofahrer von der Klever Seite kommend die Absperrungen einfach beiseite schoben, sicherte später sogar die Polizei die Brücke – und bewachte die Absperrbaken. Bis 20 Uhr werde es heftiger, mit Windböen bis zur Stufe 11, erklärte Kleves Stadtsprecher Jörg Boltersdorf vor Redaktionsschluss.: „Um 20 Uhr wird dann geprüft, ob die Brücke freigegeben werden kann.“ Bis dahin bescherte der Orkan viele Umwege: NIAG-Busse (z.B. SB58 von Emmerich über Kleve nach Nimwegen) wie Autofahrer wichen auf die Reeser Brücke aus.