Ausbildung
Polizeihunde übten Sprengstoffsuche im Wunderland
19.01.2010 | 11:27 Uhr 2010-01-19T11:27:00+0100
Kalkar. Die Sprengstoff- und Spürhundeführer NRW trafen sich im Kalkarer Freizeitpark zu einer Arbeitstagung. Selbstverständlich brachten sie auch ihre vierbeinigen Kollegen mit. Die konnten sich bei einer Übung austoben: Sie mussten Sprengstoffe sowie Waffen suchen und finden.
Der vierjährige Polizeihund Paul zittert am ganzen, muskulösen Leib. Nicht aus Furcht, versteht sich, sondern aus Vorfreude, weil gleich sein „Lieblingsspiel” beginnt, eines, auf das wir Zweibeiner gut verzichten könnten: Sprengstoff- und Waffensuchen. Sein Herrchen ist der Polizeihundeführer Fabian Feldmeier, der den Hund als zuverlässigen Partner an seiner Seite weiß. Wunderland Kalkar hieß der „Spielplatz” für Paul. Denn hier steht zur Zeit die Arbeitstagung/Fortbildung der Sprengstoff- und Spürhundeführer NRW auf dem Programm.
Die NRZ durfte Paul und seinen vierbeinigen Kollegen Storm mit Polizeihundeführer Carsten Hoffsümmer bei der Suche begleiten. Unter den wachsamen Augen von Ausbilder Polizeioberkommissar Ludwig Kuhlenkamp durchstöberten beide nacheinander den „Irish Pub” im saisonbedingt geschlossenen Familienpark des Wunderlands. Dort hatte der Ausbilder und Schäferhundefan Kuhlenkamp zuvor Waffen und Sprengstoffe versteckt. Letztere aus dem gewerblichen (z.B. Bergbau), militärischen und Selbstlabor-Bereich.
Ein Click zur Belohnung
Hochkonzentriert folgt der Malinois (Belgischer Schäferhund) Paul den Weisungen von Fabian Feldmaier. Als er den Sprengstoff gefunden hat, setzt er sich davor und starrt die Fundstelle an. Mit einem „Knackfrosch”, dem sogenannten Clicker, gibt Ausbilder Kuhlenkamp per „Click”-Geräusch dem Hund zu verstehen, dass er seinen Job super gemacht hat. Der verlässt daraufhin seine Beute und rennt zu Herrchen Fabian, der ihm sein Lieblingsspielzeug vor die Nase wirft.
Und genau dafür „arbeiten” die Sprengstoffsuchhunde, für das Ausleben ihres Spieltriebs, für ihr Spielzeug, ihre Belohnung, erklärt Kuhlenkamp.
Auch Storm, der bildschöne, lackschwarze Malinoismischling und sein Herrchen Hoffsümmer machen ihre Sache gut. Allerdings muss Storm selbst nach dem Auffinden – diesmal ist's eine Waffe – lange auf seinen Belohnungsclick warten, weil er sich an den Fundort hingelegt, statt hingesetzt hat. Wird ein Suchhunde fündig, muss er den Sprengstoff durch Hinsetzen passiv anzeigen. Soll heißen: nicht bellen, kratzen oder beißen. Es verhindert ein unabsichtliches Auslösen des Sprengstoffes durch den Hund.
Besser als technische Spürgeräte
Kuhlenkamp und seine Ausbilderkollegin Nicole Höpfner, die ebenfalls zwei Suchteams im Wunderland anleitete, kommen von der Polizeihundeschule Stukenbrock. Dort werden u.a. besonders begabte Polizeihunde nach ihrer Schutzhundausbildung in Lehrgängen (70 Arbeitstage) zum Sprengstoff- oder Rauschgiftsuchhund ausgebildet.
Die hochspezialisierten Vierbeiner zeichnen sich durch viel Spiel- und Beutetrieb, Sozial- und Umweltverträglichkeit aus. Ihre Sinne übertreffen die Leistungen technischer Spürgeräte weit. Darum werden Paul, Storm und über 40 weitere Vierbeiner bald wieder im Einsatz sein, um Patronen, Sprengstoff oder Waffen im „wirklichen Leben” aufzuspüren.
So wie schon bei Einsätzen während der Fußball-WM, bei angeordneten Durchsuchungen bei den Hells-Angels und anderweitigen Ermittlungen der Polizei.
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