Polizei vermutet Bande hinter BMW-Diebstählen im Kreis Kleve

Die Kreispolizei in Kleve ermittelt nach einer Häufung von BMW-Diebstählen in Richtung einer organisierten Bande.
Die Kreispolizei in Kleve ermittelt nach einer Häufung von BMW-Diebstählen in Richtung einer organisierten Bande.
Foto: David Ebener
Was wir bereits wissen
Gleich drei BMW haben Autodiebe in Kleve in nur einer einzigen Nacht gestohlen. An einen Zufall glaubt die Kreispolizei Kleve nicht.

Kleve/Niederrhein.. Zehn Autos haben Diebe in den vergangenen sieben Tagen im Kreis Kleve gestohlen. Eine auffällige Häufung – vor allem auch, weil sechs BMW unter den geklauten Wagen waren. Allein vier davon standen auf Klever Stadtgebiet. Und drei stahlen Langfinger dort allein in der Nacht von Samstag auf Sonntag.

An einen Zufall glaubt Polizeisprecher Manfred Jakobi nicht. „Wenn in Kleve und in Kranenburg fünf BMW innerhalb von fünf Tagen gestohlen werden, müssen wir von einem Tatzusammenhang ausgehen“, sagte Jakobi auf Nachfrage, fügte aber hinzu, man könne nicht jeden Autodiebstahl mit einem anderen in Zusammenhang bringen. Bei den BMW-Diebstählen ermittle die Polizei aber in Richtung einer organisierten Bande. Die BMW parkten allesamt auf der Straße vor den Häusern ihrer Besitzer oder direkt in der Einfahrt.

Gestohlene BMW waren zwischen fünf und zehn Jahre alt

Jakobi betonte, dass es sich nicht um so genannte „Home-Jacking“-Fälle handele, bei denen Kriminelle die Schlüssel zu hochwertigen Fahrzeugen aus den Häusern der Besitzer stehlen, um den Wagen anschließend weiter zu verkaufen. „Alle BMW wurden aufgebrochen, und sie waren alle bereits zwischen fünf und zehn Jahren alt.“

Ein fünf Jahre alter BMW X6 sei mit 30 000 Euro das wertvollste der gestohlenen Fahrzeuge gewesen – die anderen lägen im hohen vierstelligen oder niedrigen fünfstelligen Bereich. Das ließe die Vermutung zu, dass die DIebe die Autos nicht in Gänze weiterverkaufen wollen. Vielmehr sei davon auszugehen, dass sie die Wagen ausschlachten, um mit den Einzelteilen Profit zu erzielen. Denn: Der hohe Aufwand, ein Auto zu stehlen, um es weiter zu verkaufen, dürfte sich kaum lohnen bei einem Wagen von mittlerem Wert.

Auch in Geldern und Goch waren Diebe am Werk

Die Polizei steht nun vor der Aufgabe, den Handlungsradius der Autoknacker-Bande einzugrenzen. Denn auch in Goch haben Diebe am Donnerstag vergangener Woche zugeschlagen und einen BMW-Mini gestohlen. Und in Geldern wurde erst am Dienstag ein VW-Golf geklaut. Ob diese Taten mit den BMW-Diebstählen in Kleve in Verbindung stehen, muss die Polizei nun ermitteln.