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Kirche und Politik

Politiker bekennen Farbe

13.09.2009 | 13:40 Uhr
Politiker bekennen Farbe

Kreisdekanat und Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt fragten, Bundestagskandidaten antworteten

Kleve. Sie waren alle zu Gast am Freitagabend im Klever Kolpinghaus. Schließlich wollten sie mehr als 200 Wählerinnen und Wähler auf Einladung des Kreisdekanats der Katholiken und des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt von ihren Programmen überzeugen: die Bundestagskandidaten Dr. Barbara Hendricks (SPD), Ronald Pofalla (CDU), Paul K. Friedhoff FDP, Bruno Jöbkes (Grüne) und Axel Gonder (Linke). „Bekenn doch mal Farbe, sag Deine Meinung”, das war angesagt. So gingen die Politiker auf die vorbereiteten Fragen und die des Publikums ein. Alles meist in einem harmonischen Rahmen. „Beim Gesundheitswesen auf völlig falschem Trip” Als Linken-Kandidat Axel Gonder trotz Kurzarbeitergeld nicht den 67-, sondern den 100-prozentigen Anteil zur Zahlung in die Rentenkasse von Vater Staat einforderte, konterte CDU-Generalsekretär Pofalla, dass alles finanzierbar bleiben müsse. Unterschiedlich auch die Meinungen, als es um den Solidaritätszuschlag ging. „Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass der 'Soli' in eine ordnungsgemäße Steuer umgewandelt werden muss”, erklärte der Liberale Friedhoff. Es dürfe nicht wie mit einer Gießkanne das Geld auf die fünf neuen Bundesländer verteilt werden, unterstrich Grünen-Kandidat Bruno Jöbkes. Auch die für den Niederrhein so wichtigen Milchpreise wurden angesprochen. SPD-Schatzmeisterin Hendricks unterstrich, dass bei einem Milchpreis von 20 bis 22 Cent zehn Cent mehr zum wirtschaftlichen Arbeiten der Bauern führen würden: „Ich glaube guten Gewissens sagen zu können, dass auch wirtschaftlich schwache Familien das zahlen können.” Ebenfalls die Rente, ob nun nach Mindesteinkommen, wie Anfang der 1970er Jahre, die von den Sozialdemokraten favorisiert wird oder die Mindestrente, die bereits heute durch die Grundsicherung erreicht würde, so die CDU – alle Möglichkeiten wurden vorgestellt. Das Thema Gesundheit brannte den Bürger unter den Nägeln. So wollten sie wissen, was die Politik zu den Problemen „zeitnaher Termin beim Arzt oder dem richtigen Medikament” sagen würde. Ronald Pofalla appellierte: „Beschweren Sie sich, wenn Sie nicht direkt beim Arzt dran kommen.” Paul Friedhoff sprach davon, das man beim Gesundheitswesen auf dem völlig falschen Trip sei: „Die Bürokratie ist einfach zu viel.” Unisono befürworteten die Vertreter der Parteien bis auf die Linken den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan. Hingegen gingen die Statements anstelle von Wehr- und Zivildienst ein „Jahr für die Gesellschaft” einzuführen auseinander. Auch Gen- und Bildungspolitik wurden angesprochen.  „Über so unterschiedliche Antworten muss ich eine Nacht schlafen", sagte ein Besucher. Er ist sich knapp zwei Wochen vor der Wahl noch nicht sicher, an welcher Stelle er das Kreuzchen machen wird.

Dirk Kraayvanger

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Kommentare
14.09.2009
14:02
Politiker bekennen Farbe
von mikel10 | #1

es gibt auch sozialdemokraten, die die bundeswehr lieber heute als morgen aus afghanistan abziehen lassen würden. frau dr. hendricks gehört leider nicht dazu.

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