Politik will keinen Discounter

Der Edeka-Markt in Pfalzdorf soll auf jeden Fall erhalten bleiben.
Der Edeka-Markt in Pfalzdorf soll auf jeden Fall erhalten bleiben.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Im Gocher Bauausschuss wurde über die Einzelhandelsstruktur in Pfalzdorf diskutiert. Ein Netto-Markt an der Hevelingsstraße wird nicht zugelassen

Goch-Pfalzdorf..  Das Dorfzentrum von Pfalzdorf hat sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt. Mit der Eröffnung des Edeka-Marktes an der Waterkuhlstraße sei wieder Leben in den Ort gekommen, hieß es jetzt im Bauausschuss der Stadt Goch. Die Politiker mussten darüber beraten, ob man noch einen weiteren Supermarkt in Pfalzdorf zulassen möchte. Es gibt eine Anfrage für einen Netto-Markt an der Hevelingstraße. Übereinstimmend waren sich die Politiker darin einig, dass man an dieser Stelle besser keinen weiteren Markt sehen möchte.

Denn: Konkurrenz belebt nicht nur das Geschäft, sie kann auch Existenzen vernichten. Und das wollen die Mitglieder des Bauausschusses auf keinen Fall. „Mit dem Edeka-Markt ist Pfalzdorf wieder aufgelebt. Wenn Edeka dicht macht, dann haben wir auch kein Pfalzdorf mehr.“ So formulierte es Ludwig Kade von der ZiG ziemlich pathetisch.

Auch Klaus-Dieter Nikutowski von der SPD sieht bei einer Neuansiedlung eines Netto-Marktes mehr Nachteile als Vorteile: „Wir müssen wissen, was wir wollen. Wenn wir Netto zulassen, dann gibt es keinen Edeka-Markt mehr. Denn der Discounter kann in Pfalzdorf seine Kunden nur aus Pfalzdorf beziehen. Verlierer wird der Edeka-Markt sein. Das wäre die schlechteste Entscheidung, die wir treffen können.“

Für den Einzelhandelsunternehmer spreche sein enormes Engagement für das Dorfleben. So sponsore er die Alemania Pfalzdorf und sei auch beim Silvesterlauf aktiv: „Der Kaufmann ist sehr engagiert und sehr stark im sozialen Leben integriert. Das wird bei einem nationalen Discounter nicht der Fall sein. Es wäre fatal, wenn durch unsere Entscheidung der Edeka-Laden in Probleme gerät“, sagte Johannes Verhoeven von der CDU.

Walter Meischner, der ebenfalls in Pfalzdorf wohnt, wollte nicht so ohne weiteres für den Edeka-Markt in die Bresche springen. Er wünschte sich von der Stadtverwaltung erst die Beauftragung eines Gutachtens, um zu klären, welche Folgen ein zusätzliches Einzelhandelsgeschäft in Pfalzdorf hätte.

Perspektivische Entscheidung

Klaus-Dieter Nikutowski, selbst beruflich in der Einzelhandelsbranche tätig, fragte sich, was so ein Gutachten leisten solle: „Wir brauchen kein Gutachten, sondern wir müssen nur den gesunden Menschenverstand einschalten. Natürlich wird ein Netto-Markt in Pfalzdorf funktionieren, aber das zieht Kaufkraft ab. Welches Risiko wollen wir eingehen? Wir müssen jetzt eine perspektivische Entscheidung treffen und die sollten wir nicht noch ein halbes Jahr aufschieben. Wir können in dieser Sache nicht drum herum reden“, so Nikutowski.

Der Bauausschuss sprach sich letztlich einstimmig gegen eine Änderung des Bebauungsplanes an der Hevelingstraße aus. Damit wurde das Vorhaben abgelehnt.