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Pofalla peilt 50 Prozent plus X an

24.09.2009 | 18:06 Uhr
Pofalla peilt 50 Prozent plus X an

Kreis Kleve. Der Terminkalender ist rappelvoll – der Countdown läuft. Sonntag ist Bundestagswahl. Und das heißt: Wahlkämpfen bis zur letzten Minute. Vor allem für Profipolitiker wie Ronald Pofalla. Pausen gibt es kaum, selbst die Zeiten für Mahlzeiten sind knapp.

Letzteres kommt Ronald Pofalla ab und an sehr gelegen. Denn er mag sie – die Hamburger & Co einer ganz bestimmten Fast-Food-Kette. Kreisparteichefin Ulrike Ulrich weiß um diese Vorliebe. Und schenkte ihm bei der letzten Wahlkampfveranstaltung Gutscheine. Ob er die bis Sonntag eingelöst hat?

Wie auch immer: 50 Prozent plus X – dieses Ergebnis peilt Ronald Pofalla Sonntag im Kreis Kleve an. Und zwar für seine Partei und sich persönlich. Denn der ehrgeizige Politiker will sein Ergebnis von 2005 toppen. Damals waren es 50,3 Prozent. Eines wird er wohl kaum schaffen: Das bisherige Spitzenergebnis eines seiner Vorgänger zu übertreffen: 1957 erzielte Emil Solke im Kreis Kleve sagenhafte 75,6 Prozent.

Über mangelnde Unterstützung kann sich Ronald Pofalla nicht beklagen. Kanzlerin Angela Merkel, deren rechte Hand er ist, folgte seiner Einladung, kam im Wahlkampf zum Flughafen Niederrhein. Zuletzt warb Hessens Ministerpräsident Roland Koch in der Stadthalle Kleve für seinen Freund: „Sorgen Sie dafür, dass Sie Ronald Pofalla fröhlich stimmen. Wir brauchen ihn in gutem Zustand.”

Der 50-jährige gebürtige Weezer ist heimatverbunden. Und weil Bundespolitik nun mal Auswirkungen auf den Niederrhein hat, kennt er sie – die Themen, die die Menschen im Kreis Kleve bewegen. Seine Politik-Haltung dazu schilderte in einem NRZ-Interview.

Info
Keine große Koalition

Einer Fortsetzung der großen Koalition erteilt Ronald Pofalla eine klare Absage. Er setzt auf schwarz-gelb. Der CDU-Politiker ist 50 Jahre alt, verheiratet, mit Wohnsitzen in Berlin und seiner Heimatstadt Weeze. Der Rechtsanwalt und Diplom-Sozialpädagoge trat 1975 in die CDU ein. Der Beginn einer Politkarriere. Unter anderem war er von 1991 bis 2007 Kreisparteivorsitzender. Seit 1990 ist er im Bundestag, seit 2005 Generalsekretär.

Der Flughafen entwickele sich positiv: „Wir müssen alles dafür tun, dass am Ende die Genehmigung rechts- und bestandskräftig wird. Dann hat er eine glänzende Zukunft.” Hält er eine Kooperation mit dem Airport Düsseldorf für denkbar? „Auf absehbare Zeit werden wir uns darauf nicht konzentrieren. Düsseldorf wird Probleme bekommen, weil die Kapazitäten ausgelastet sind. Wenn die Düsseldorfer selber sagen, dass der Flughafen Weeze aus ihrer Sicht eine Möglichkeit der Entlastung ist, dann wird dafür eine Grundlage gelegt sein.”

In punkto Betuwe-Linie ist seine Marschroute klar: „Wir müssen alles dafür tun, dass die Kosten für die Städte Emmerich und Rees, die im Zusammenhang mit der Beseitigung der Bahnübergänge stehen, tatsächlich durch den Bund übernommen werden.”

Thema Agrobusiness und der geplante Unter-Glasanbau auf bis zu 50 Hektar Fläche: „Der Niederrhein ist eine Region, in der Landwirtschaft und Verarbeitung eine große Rolle spielen. Wenn das eine der Zukunftsperspektiven ist, muss man das in enger Abstimmung mit den Städten und Gemeinden entscheiden.”

Die Hochschule Rhein-Waal sei ein Verdienst der CDU/FDP-geführten Landesregierung. „Die Entscheidung war zukunftsweisend und wird neben dem Flughafen eine große Bedeutung für die zukünftige Entwicklung des Kreises Kleve haben.” Das Modell für den Neubau hat er sich angesehen: „Es ist exzellent. Mir gefällt sehr gut, dass dort ein Campuscharakter entstehen soll.”

Für die Proteste der Milchbauern zeigt Pofalla Verständnis: „Weil sie damit auf ihre schwierige Situation hinweisen wollen. Wir werden die Milchviehbetriebe gezielt unterstützen und müssen zu einer fairen Wettbewerbssituation in Europa kommen.”

Zur Familienpolitik betont Pofalla: „Wir brauchen weiterhin einen bedarfsgerechten Ausbau von Ganztagsbetreuung für Kinder unter drei Jahren. Das Konzept muss fortgesetzt werden.”

Gaby Boch

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