Piraten eroberten Hau
29.01.2012 | 15:47 Uhr 2012-01-29T15:47:00+0100
Hau. Die Gute Laune Hau segelte „Hart am Wind“. Da stand kein Holzbein still
Es ist noch nicht allzu lange her, da wäre niemand ausgelacht worden für die Behauptung, bei der Prunksitzung von Gute Laune Hau säßen mehr Piraten im voll besetzten Gesellschaftshaus der LVR-Klinik als die gleichnamige Partei Wähler hat. Dieses Verhältnis hat sich inzwischen leicht zugunsten der Politik-Piraten geändert, aber die GLH-Seeräuber können in Bedburg-Hau auf eine treue Gefolgschaft vertrauen. „Hart am Wind“, aber karnevalistisch gewohnt urkomisch steuerte die Gute Laune durch den Samstagabend. Da stand kein Holzbein still, und unter so mancher Augenklappe kullerten Tränen vor Lachen die Wange herunter.
Eigentlich fühlen sich Piraten ja auf den sieben Weltmeeren heimisch. Aber auch vor der eigenen Haustür passiert so viel, dass die GLH-„Insider“ der Prunksitzung jede Menge Lokalkolorit verliehen. Über das Schoko-Ticket in Bedburg-Hau sangen sie und über die Unterkunftsnot der jüngsten niederrheinsichen Studenten-Metropole Kleve. Andrea Averbrock, Barbara Frankenbach, Nicole Otten, Hildegard Verhoeven und der Hahn im Korb, Hubert Stam, rieten Bürgermeister Peter Driessen, dem „Nachbardorf“ unter die Arme zu greifen, Wohnungen bereit zu stellen und die jungen Menschen in Bedburg-Hau mit dem Ortseingangsschild „Peters Studentenstadt“ zu begrüßen. Und als die Fünf Lena I. ein Ständchen brachten, führte die Bedburg-Hauer Tulpenprinzessin sogleich eine Polonäse durch den ganzen Saal an. Darauf eine Rakete.
Schöne Tradition
Schöne Tradition ist es inzwischen, dass Manfred van Halteren in der Bütt als „Quaks, der Bruchpilot“ einen Abriss über die lokalpolitischen Ereignisse zum Besten gibt. Hubert Stam stellte sich in diesem Jahr als Pressewart vor. Vergangenes Jahr im Nagelstudio, saßen Andrea Averbrock und Ute Vehreschild diesmal im Fitnessstudio, wo selbst Peter Driessen „sein Fett wegbekommt“, beisammen und brüteten über dem Aufnahmeformular. Dabei kam heraus, dass man eine entsprechende Leibesfülle auch als größere „erotische Spielfläche“ verstehen kann und Ausdauer verleihende Pillen durchaus geeignet sind, bei einem Sonnenbrand die Schmerzen zu lindern.
Burkhard Gruitrooy gab den Richard Reibach: Der Jungrentner und Hobbyphilosoph berichtete vom Betreuten Tanzen mit der Corega-Tabs-Fraktion und sorgte damit für Lachsalven. Dass Seeräuberinnen ganz hervorragend das Tanzbein schwingen können, davon überzeugte sich auch seine Klever Tollität, Prinz Thommy, der Bärige, bei der Stippvisite.
Mit den Smilies sorgten die jüngsten Tänzerinnen, 17 an der Zahl, für einen Sturm der Begeisterung. Dem standen die Gardetänze der Smiling Stars und der Smiling Fire ebenso in nichts nach wie der Soloauftritt von Sonja Stam. Also: Auch im zwölften Jahr überzeugten die Gute-Laune-Piraten bei ihrem jecken Gastspiel an Land – jede Wette, dass die Politiker nicht so lange und erfolgreich durch die politische See steuern.
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