Pflegeheime in gutem Zustand
16.02.2010 | 16:21 Uhr 2010-02-16T16:21:00+0100
Kreis Kleve. Die 63 Alten-Pflegeeinrichtungen im Kreis Kleve sind in bestem Zustand. Kleine Beanstandungen wurden behoben. Das ergab eine Überprüfung 2009. Sie ist in zweijährigem Rhythmus vorgeschrieben, wurde aber im Kreis Kleve stets jährlich gemacht.
Neu ist, dass die Einrichtungen überraschend, ohne Ankündigung, kontrolliert werden – auch mal nachts. Zum dreiköpfigen Kontrollteam gehört auch ein Gesundheitsaufseher des Gesundheitsamtes, der den physischen und pflegerischen Zustand der Bewohner betrachtet.
Unangemeldete Besuche
Insgesamt wurden 63 Einrichtungen mit 4652 Plätzen überprüft (50 Voll- und Teilstationäre, zwei Hospize, zwölf Einrichtungen für Behinderte): 166 unangemeldete Heimbegehungen gab es und 50 Besuche nachts oder an Wochenenden, um die Fachkompetenz zu überprüfen. Alle Mängel waren behoben, als man ein zweites Mal prüfte.
In vier Häusern war beim ersten Mal die personelle Ausstattung um mindestens eine Vollzeitstelle unterbesetzt. 50 Prozent Fachkräfteanteil ist vorgeschrieben, mindestens eine Fachkraft muss pro Schicht, auch nachts, im Wohnbereich sein. Einmal wurde aufgrund von Hygienemangel ein Wohnbereich sofort gereinigt, und es wurden defekte Möbel ausgetauscht.
Vier Beschwerden von Anverwandten der Senioren hatte die Heimbehörde im Jahr 2009 erhalten und ging ihnen nach – man habe jedoch keine Beanstandungen in sozialer und pflegerischer Betreuung gefunden, so die Verwaltung. In einem Fall wurde personell umorganisiert. Vereinzelt gab es Mängel in der schriftlichen Pflege-Dokumentation. Beim Umgang mit Medikamenten wurden Fehler mit Betäubungsmitteln vermerkt, war das Anbruchdatum einer Tablettenpackung nicht notiert, fehlten Arzt-Verordnungen.
In Betreuungseinrichtungen der Eingliederungshilfe (behinderte) wurden die individuellen Hilfepläne in 23 Fällen beanstandet und nach eingehender Beratung behoben. Insgesamt gab es 31 Beratungen zum Umgang mit Medikamenten, Dienstplangestaltung, Pflegeplanung, sozialer Betreuung. Sieben Einrichtungen wurden ein zweites Mal überprüft: alles ok.
16:41
Es ist erfreulich zu lesen, dass sich unsere Einrichtungen in einem guten Zustand befinden. Ich war aber schon immer davon überzeugt, denn wir Pflegekräfte leisten eine gute Arbeit-häufig über das normale Maß hinaus. Deshalb stimmt es mich auch
wütend, wenn ich lese das ein Gesundheitsaufseher
den physischen u. pflegerischen Zustand der Bewohner überprüft. Was traut man uns Pflegekräften denn alles zu oder auch nicht? Entlastend wäre es für uns, nicht ständig mit unserem Namenszeichen das uns entgegengebrachte Misstrauen widerlegen zu müssen. Auch eine weniger aufgebauschte Bürokratie würde uns wieder mehr Zeit für unsere Patienten und Bewohner lassen- eines aber weiß ich sicher: wir Pflegekräfte sind gut-lasst es uns auch weiterhin sein.