„Pflegefamilien sind ein Glücksfall“
02.11.2009 | 00:05 Uhr 2009-11-02T00:05:00+0100
Kleve. Ein Herz im Eingangsbereich weist ganz zierlich auf einem Wegweiserschild in der VHS auf die erste Etage hin. Ein Herz, das den Pflegefamilien gilt. Die standen beim ersten Klever Pflegefamilientag am Samstag im Mittelpunkt.
„Eine tolle Sache“, lobt Beigeordneter Willibrord Haas. „In diesen Räumen wird heute die Möglichkeit geschaffen sich unter Pflegeeltern auszutauschen, aber auch mit Fachleuten ins Gespräch zu kommen.“ So ein Austausch sei enorm wichtig, weiß auch Thomas Ruffmann von der VHS. Ein kleiner Blondschopf hat mit seinen Pflegeeltern bereits im Veranstaltungsraum Platz genommen. Freudig ruft er nach Apfelsaft und Kuchen. Die Mutter streicht dem Kleinen über die Wange, redet ihm gut zu. „Ich bewundere Sie alle hier“, freut sich Willibrord Haas bei seiner Eröffnungsrede. Denn eins stünde für ihn fest: „Pflegefamilien sind ein Glücksfall“. Während er auf das vielfältige Angebot für die Erwachsenen an diesem Nachmittag hinweist, fallen auch irgendwann die Wörter Geheimnis- und Entdeckertour. Da hält es Peter (Name von der Redaktion geändert) nicht mehr auf dem Stuhl. „Jaaa“, ruft er und springt vor Freude in die Luft. Aber nicht nur die Tour mit Stadtführerin Hiltrud Schnütgen wird dem Nachwuchs angeboten.
Für die Größeren gibt’s „Street Dance für alle“ mit den Crazy Steps. Auch die Kleinen kommen nicht zu kurz. Doch bei den Jüngsten ist die Trennung von Pflegemama- und papa doch ein bisschen schwerer, kullern schon mal einige Tränchen. Schnell weiß eine der Mamas zu beruhigen: „Die spielen mit Dir zusammen wie im Kindergarten“, heißt es noch schnell bevor es in Richtung Evangelischem Kindergarten geht. „Jetzt haben die Eltern Ruhe um sich den Workshops zu widmen“, erklärt Willibrord Haas. Das Angebot ist vielfältig: Rechtsfragen, alles rund um Pflege- und Herkunftsfamilien oder die Voraussetzungen für ein befriedigendes Zusammenleben – all das steht auf dem Programm. Unter den Pflegemüttern ist Petra Roeloffs. Sie hat ihren Oliver bereits schon seit sieben Jahren bei sich. Er kam mit zwei Jahren zu der Kleverin. „Es ist schon eine wahnsinnige Herausforderung. Das verstehen nur Eltern, die mit Pflegekindern zu tun haben.“ Ohne die große Unterstützung desd Vereins „Kinderzukunft Niederrhein“ hätte sie all das nicht geschafft.
Sie würden ihr auch noch heute mit Rat und Tat zur Seite stehen. Eine Hilfe, die von den verschiedenen Einrichtungen für die Zukunft ausgebaut werden soll. Der Wunsch von Kleves Beigeordneten: „In Zukunft einmal jährlich solch einen Tag für Pflegefamilien durchzuführen.“ Die Premiere ist auf jeden Fall gelungen!
Insgesamt gibt es in der Schwanenstadt 50 Pflegefamilien. 28 nahmen am „1. Klever Pflegefamilientag“ teil. Nur dank des Pflegekinderdienstes der Stadt Kleve, der Kinderzukunft Niederrhein, dem Sozialdienst katholischer Frauen und nicht zuletzt der VHS Kleve konnte diese Veranstaltung durchgeführt werden. „In der Region ist man damit federführend“, hieß es von der Vertretern der Kinderzukunft. DK
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