Penck und Lüpertz in Kalkar

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Kalkar..  Odysseus ist ein Torso. Nach dem Sieg über Troja tritt er eine abenteuerliche Heimreise voller Hindernisse an – eine Odyssee halt. Aufrecht hockt er im Boot, ein Rumpf im Gewand griechischer Bildhauerei, als ob es zweieinhalbtausend Jahre überdauert hätte. In Wirklichkeit handelt es sich beim „Odysseus“, der nun neben vielen anderen Arbeiten in der Kunsthalle Kalkar in der Monrestraße zu sehen ist, um eine Bronzeskulptur von Markus Lüpertz. Lüpertz, das ist einer der bekanntesten deutschen Künstler. Und einer der teuersten.

In Kalkar zeigen Harald Rickes und Hans-Hermann Bottenbruch Grafiken, Gouache, Zeichnung und Skulpturen des ehemaligen Rektors der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf in diesem Frühjahr und Sommer. Seit ungefähr zwei Jahren betreiben sie die Kunstgalerie „Hof Nr. 3“ direkt am Kalkarer Markt, erweitert um die Kunsthalle am Beginn der Monre-straße. „Hierher kommen sehr viele Touristen“, erzählt Rickes. Leute aus dem Ruhrgebiet und der Gegend um Düsseldorf und Köln vor allem, aber auch zahlreiche Niederländer. „Die sind noch ein bisschen kunstinteressierter als die Deutschen“, findet Bottenbruch.

Mit Lüpertz verbindet ihn eine jahrelange Bekanntschaft und einige gemeinsame Arbeiten. So sind dann auch nicht alle Lüpertz-Werke verkäuflich. Auf einem Exemplar des „Totentanzes“ prangt die Widmung „Für Botti“ - das ist dann doch zu persönlich.

Den Saxophonspieler mit einem klavierspielenden Lüpertz im Hintergrund hingegen kann man erwerben – mehrere Grafiken haben musikalischen Inhalt. „Lüpertz macht ja Free-Jazz mit seiner Band T.T.T.“, weiß Bottenbruch. Aber auch Mozart ist verewigt, erkennbar vor allem am Perückenzopf. Einmal gibt er sich auch staatstragend: Mit seinen Illustrationen zum Grundgesetz. Ein Prachtband mit sinnlicher Juristerei – das muss man erstmal hinbekommen.

Der zweite große Künstler im Programm der Galerie ist A. R. Penck. Sechzehn großformatige Druckgrafiken hängen im Hof Nr 3. Sie bedienen sich einer Zeichensprache, die an prähistorische Höhlenmalereien erinnert, das jedoch mit knalligen Farben.

Im Juli soll dann eine ganz besondere Ausstellung starten – Nepalesische Kunst, präsentiert nicht nur in den beiden Galerien, sondern auch im Beginenhof und im Rathaus. Sogar Abgeordnete des nepalesischen Parlaments werden dann in Kalkar erwartet.

Um diese Zeit herum soll auch die Sommerakademie Gestalt annehmen. Mehrere Künstler aus dem Lüpertz-Umfeld haben bereits zugesagt, in Kalkar zu unterrichten und so eine alte Tradition wiederzubeleben.