Nur TÜVen tut weh
15.02.2010 | 16:22 Uhr 2010-02-15T16:22:00+0100
Keppeln. Aller guten Dinge sind drei. Und aller schlechten Dinge wohl auch. So hatten denn die Queeken in Keppeln bei ihrem Zug gleich mit dreifachen Schwierigkeiten klar zu kommen: Wirtschaftskrise, Kälte und TÜV. Aber es wären keine Queeken, wenn sie sich so leicht unterkriegen lassen würden.
Deswegen ein dreifaches Helau auf die Keppelner Karnevalisten, die trotz aller Widrigkeiten einen närrischen Lindwurm mit 44 Wagen und Gruppen durch die Straßen ziehen ließen. Wie immer säumten tausende von Feierwilligen aus dem ganzen Kleverland die Straßen und ließen den Narr raus. Der Wirtschaftskrise wurde getrotzt – auch wenn vielleicht etwas weniger Wurfmaterial zur Verfügung stand. Glückliche fingen aber dennoch sogar Blumenzwiebeln und T-Shirts auf.
Die vielen Prunkwagen, prächtig verziert und geschmückt erfreuten Queeken und Nichtqueeken gleichermaßen. Sogar das WDR-Fernsehen machte Aufnahmen vom närrischen Treiben. Der Queekenfrontfrau Steffie Neu sei Dank…
Auch wenn der TÜV allen Fahrzeugen ganz klar seinen Stempel aufgedrückt hatte. So wurden sie doch vermisst, die großen und kleinen knatternden Oldies, die traktorstark geschmückte Anhänger hinter sich herzogen. Die Traktoren, die diesmal unterwegs waren, stammten schon aus neueren Generationen.
Kegelclub sorgte für Winterdienst
Außerdem waren viele auf TÜV-taugliche Autos umgestiegen. So die Gruppe um Rainer Verfürth, die einen Geländewagen mit Anhang zum Apres-Ski-Center umgebaut hatten. Direkt dahinter folgte der Kegelclub um Rich Janssen, der sich ebenfalls ein höchst aktuelles Motto, nämlich den Winterdienst ausgesucht hatte: „Wej sin met Gold behange öm et Salt modde wej bange…”
Auch Montag hatte Petrus seine eisigen Gefährten gen Niederrhein geschickt und Schnee bedeckte die Straßen, dafür herrschte fast Windstille im Queekendorf. Nur gut, dass es noch genug Split gab, der nötigen Halt bot. Und natürlich – dem TÜV sei Dank – funktionierende Bremsen und gute Reifen.
Passend zum TÜV hatte der Heimatverein Neulouisendorf der Abwrackprämie die Zugnummer 15 gewidmet und erklärt: „2500 Euro – unser Schätzchen ist mehr wert”. Sogar die Rittersleute aus der Burg „Jugendgruppe Niedermörmter” wusste: „Der TÜV brachte große Not, das war beinah des Ritters tot.” Der Reitverein von Bredow Keppeln setzte noch einen drauf: „Impfen tut weh, TÜVen noch mehr.”
Aber wenn nix mehr ging, dann gab's da ja noch die Schrottbrüder Ludolfs, die von Fortuna Keppeln 1 realitätsgetreu auf die Beine gestellt wurden: „Wir wracken alles ab und nehmen alles, was nicht durch den TÜV kommt.”
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