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Insolvenz

NRW-Jugendorchester überschuldet

22.02.2012 | 18:22 Uhr
NRW-Jugendorchester überschuldet
Streichkonzert ! Der Träger des Landesjugendorchesters hat Insolvenz angemeldet.

Goch.   Der Gocher Trägerverein musste Insolvenz anmelden. Neuer Träger in Düsseldorf kommt nicht für die Schulden auf

Der Trägerverein des Landesjugendorchesters mit Sitz in Goch hat Insolvenz angemeldet. Am 3. April ist die erste Gläubigerversammlung. Nach Angaben des Kevelaerer Insolvenzverwalters Rainer Beck hat der Verein zehn Gläubiger nicht bedienen können. Der Vorstand des Vereins, Hans-Josef Menke, muss sich vor dem Amtsgericht wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung des Vereins verantworten. Insgesamt gehe es um Restforderungen in Höhe von 24 000 Euro.

Rechtsanwalt Rainer Beck machte im Gespräch mit der NRZ deutlich, dass nicht mit einer großen Insolvenzmasse zu rechnen sei. Die Insolvenz war unvermeidbar geworden, nachdem der Landesmusikrat den Kooperationsvertrag mit dem Gocher Trägerverein Ende 2011 gekündigt hatte. Aufgrund des Vertrages konnten die Zuschüsse des Landes (gut 250 000 Euro) fließen.

Restschulden von 24 000 Euro

Vorstand Hans-Josef Menke erklärte gestern, dass bereits zu Beginn des Jahres 2011 Schulden in Höhe von gut 50 000 Euro bestanden hätten. „Eine Summe, die man innerhalb von zwei bis drei Jahren hätte abbauen können“, so Menke. Ein neues Konzept, welches man der Landesregierung vorgetragen hätte, sei nicht angenommen worden. Vielmehr wurde die Zusammenarbeit mit dem Gocher Träger gekündigt. Bereits im Sommer 2011 wurde ein neuer Trägerverein mit Sitz in Düsseldorf gegründet: Verein zur Förderung von Landesjugendensembles NRW e.V.

„Man wollte uns vor die Wand fahren lassen“

Wichtig für die Gläubiger: Der neue Verein ist nicht Rechtsnachfolger des alten. Konsequenz: Die Gläubiger dürften jetzt vermutlich auf ihren Forderungen sitzen bleiben. Unter anderem soll es um eine Jugendherberge in Nottuln gehen, die noch 4000 Euro erhält. Auch die Gehälter der Mitarbeiter für November und Dezember konnten nicht mehr bezahlt werden. Hans-Josef Menke ärgert das: „Der neue Trägerverein hätte durchaus Rechtsnachfolger werden können. Wir haben das vorgeschlagen.“ Verärgert stellt er fest: „Man hat die Gocher Organisation bewusst vor die Wand fahren lassen“.

In Düsseldorf scheint man dies gleichwohl anders zu sehen. Das Personal wurde in Gänze übernommen und der jetzige Sitz befinde sich unmittelbar beim Landesmusikrat: „Das läuft jetzt ganz wunderbar“, war zu hören.

Ob Hans-Josef Menke als Vereinsvorstand jetzt auch persönlich haften muss, wird sich zeigen. Menke gibt an, dass er die Insolvenz rechtzeitig angezeigt habe. Von einer Verschleppung könne nicht die Rede sein. Insolvenzverwalter Beck sagte, dass er notfalls als Gesamtschuldner zur Rechenschaft gezogen werden kann.

Andreas Gebbink

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