Notfallrettungen bringen Kreis fast 1 Mio. Euro

Der Rettungsdienst des Kreises hatte 2014 mehr zu tun.
Der Rettungsdienst des Kreises hatte 2014 mehr zu tun.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Der Jahresabschluss 2013 endet mit einem Überschuss. Aber: Hoher Verschleiß bei Rettungswagen

Kreis Kleve..  Geprüft und uneingeschränkt für gut befunden, so lässt sich der „Bestätigungsvermerk“ des Gocher Wirtschaftsprüfungsgesellschaft RTU Euregio für den 2013er Jahresabschlusses des Kreis-Rettungsdienstes übersetzen. Und der Kreis darf sich freuen: 937 716,35 Euro brachte der Rettungsdienst im Jahr 2013 mehr ein. Im Vorjahr 2012 belief sich der Überschuss sogar auf über 1,2 Mio. Euro.

Im Wirtschaftlichkeitsbericht für 2013 wird herausgestellt, dass zwar die Gebührenordnung für Rettungsfälle gleich blieb, aber mehr Rettungen auch mehr Geld einbrachten. Das überstieg die ursprünglichen Planungen um gut 287 000 Euro. Die Finanzlage sei „stabil“, die Kapitalstruktur sei weiterhin ausgewogen (Eigenkapitalquote beträgt 75,5 %).

So rosig bleibt es indes nicht. Betriebsleiter Jürgen Baetzen erwartet in den folgenden beiden Geschäftsjahren negative Jahresergebnisse, „da ab dem Geschäftsjahr 2014 die Gebühren gesenkt werden“. Einen Fehlbetrag weist der vorgelegte Entwurf des Wirtschaftsplan für 2015 allerdings nicht aus. In der Fünf-Jahres-Langzeitsicht bis 2018 ist kein Griff in die Rücklage eingeplant.

Mit ein Grund für die enger werdende Finanzsituation ist laut Entwurf auch die Vergütung der Notärzte. Sie gehören zu den Krankenhäusern, erhalten aber für die vorgeschriebene Notdiensttätigkeit Extrageld. Für 2015 erwartet der Entwurf erneut eine Erhöhung der Kosten. Wurden in 2013 noch etwas über 2 Mio Euro ausgegeben, sind für 2014 bereits 2,2 Mio. Euro eingeplant, für 2015 sind es 2,3 Mio. Euro.

Zeitgleich sinken die derzeit eingeplanten Investitionen. Wird in 2014 noch ein große Summe von fast 5 Mio Euro investiert, fällt die Zahl in 2015 auf 600 000 Euro.

Aber reicht das? Der Neukauf von zwei Rettungswagen war für 2015 eingeplant. Eigentlich sollten zwei weitere Rettungswagen erst im Jahr darauf neu gekauft werden. Doch sie aktuellen Wagen sind so reparaturanfällig und haben bereits eine hohe Laufzeit, dass dies vorgezogen wird. Zwangsläufig. Die Investitionssumme ist für 2015 aber eher niedrig angesetzt.