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Wasserschutz

Nitratbelastung ist ein Problem

17.08.2010 | 16:48 Uhr
Nitratbelastung ist ein Problem

Uedem. Gestern konnten Brunnenbesitzer im Labormobil des Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse e.V. (VSR-Gewässerschutz) ihr Wasser in der Gemeinde Uedem gegen Gebühr testen lassen. Umfangreiche Gutachten bekommt man per Post, kleinere Untersuchungsergebnisse bekam man vor Ort.

Gestern gab’s reichlich Wasser in Uedem. Aber als ob das in Form von Regen nicht ausreichen würde, schleppten zahlreiche Bürger noch zusätzlich Wasser in Sprudelflaschen an. Allerdings mit ernstem Hintergrund, denn auf dem Marktplatz stand das Labormobil des Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse e.V. (VSR-Gewässerschutz). Im fahrbaren Laborbus kümmern sich Spezialisten ehrenamtlich um die Analyse von Wasserproben. Das kann Leitungswasser, Oberflächen- oder Brunnenwasser sein. Bereits seit Anfang der 80iger Jahre, als Bürgerinitiativen am Rhein sich zusammenschlossen, gibt es dieses Engagement. 1981 bauten die Mitglieder ein ehemaliges Passagierschiff zum Laborschiff um. Verschiedene Labormobile unterstützten die Arbeit abseits der schiffbaren Flüsse. Schwerpunkt ist die Untersuchung des Grundwassers das u.a. dem Rhein zufließt. Durch die Untersuchungen wird an verschiedenen Orten (u.a. eben Kleve, Goch und gestern Uedem) das kühle Nass auf Stickstoffverbindungen (Ammonium, Nitrat, Nitrit) untersucht. So können die Wasserschützer durch die Zuordnung der Nitratbelastungen der einzelnen Brunnen zu Ortsteilen und Tiefen Infos über die Belastungsschwerpunkte sammeln.

Gute

Beratung

In Uedem kümmerte sich der Physiker Harald Gülzow, VSR-Vorstandsmitglied, um die Fragen der „Wasserbringer“. So wurde ein Mann aus Marienbaum gut beraten, sein Wasser, das für Garten, Schwimmbecken und Gießwasser gleichermaßen genutzt wird, auch auf Trinkwassertauglichkeit zu testen. Gülzow; „Wir nehmen Gebühren für die Tests, die die Untersuchungskosten decken. Diese hier kostet 79 Euro.“ Das Gutachten wird dem Marienbaumer in zwei Wochen per Post zugestellt. Wer nur wissen will, ob sein Wasser sich als Gießwasser eignet, der kann das vor Ort für 12 Euro testen lassen. Der Laborbus macht’s möglich. Auch eingeschickt wird allerdings die Probe, die beweisen soll, dass das Wasser aus dem fast 30 Meter tiefen Brunnen außerhalb von Keppeln für die Pferde als Trinkwasser geeignet ist. Kostet 35 Euro. Auf die Ergebnisse muss nun gewartet werden. Dafür wissen die Wasserbesitzer dann allerdings auch, ob sie guten Gewissens weiter ihr Nasse ge- und verbrauchen können. Oder ob es in Uedem schon so schlimm ist wie in und um Goch, wo die Nitratbelastung des Grundwassers mit bis zu 159 mg/l liegt. Kritisch wird es schon bei 100 mg/l, wenn das Wasser nur Gießwasser sein soll... www.vsr-gewaesserschutz.de

Anke Gellert-Helpenstein

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