Umwelt
Niers mit hohen Nitratwerten
17.05.2010 | 15:06 Uhr 2010-05-17T15:06:00+0200
Goch. Das sieht nicht gut aus, was die Fachleute vom VSR-Gewässerschutz jüngst in der Niers gemessen haben. Nämlich viel zu hohe Nitratwerte. Je weiter man der Strömung Richtung Gennep folgt, desto schlechter werden die Werte.
So wurden bei Kevelaer 18,7 Milliliter pro Liter (mg/l) gemessen, bei Weeze schon 21,7 und bei Goch dann 23,3 mg/l. Im niederländischen Gennep liegen die Werte noch einmal deutlich höher: 27,6 mg/l. Die sogenannte „Wasserentnahmerichtlinie“ fordert einen Maximalwert von 11 mg/l. Der Grund liegt, so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende vom VSR-Gewässerschutz, an den Sonderkulturflächen, die im Einzugsbereich der Niers liegen.
Hier wird das Nitrat aus den Feldern gewaschen und gelangt ins Grundwasser. Von dort sickert es in die Niers. Im Grundwasser wurden bei Brunnenproben in Goch Werte von 147 mg/l gemessen. „Das sollte man nicht mehr trinken. Die Grenzwerte für den Menschen wurden bei 50 mg/l festgelegt“, erklärte der Diplom-Physiker Harald Gülzow, VSR-Pressesprecher. Im Vergleich dazu verträgt beispielsweise ein Rind das Doppelte.
Soll heißen: Aus Gocher Brunnen sollte Nutzvieh auch nicht getränkt werden. Die Belastung ist zu hoch. Gülzow: „Viele Landwirte achten bereits darauf, den Boden nicht mit Stickstoffen zu überlasten. Dazu müssen sie regelmäßig Proben entnehmen, das kostet.“ Nämlich pro Hektar einmal jährlich eine Probe, die pro Probe 20 bis 50 Euro kostet, so Gülzow. Da kann bei entsprechender Fläche einiges zusammenkommen.
Der VSR-Gewässerschutz fordert deswegen von der künftigen Landesregierung NRW, dass Betriebe die Möglichkeit von kostenlosen Bodenuntersuchungen erhalten.
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