Neuregelung gewünscht

Eine Spielzeuguhr zeigt fünf vor zwölf. Das BFG meint auch, dass es Zeit ist für eine gerechtere Beitragslösung für Kindergartenkinder.
Eine Spielzeuguhr zeigt fünf vor zwölf. Das BFG meint auch, dass es Zeit ist für eine gerechtere Beitragslösung für Kindergartenkinder.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Bürgerforum Goch hat ein Konzept zur fairen Neuregelung der Kindergartenbeiträge für Gocher Familien erarbeitet. Vorstellung im Ausschuss am 17. Juni

Goch..  Es verspricht spannend zu werden, wenn der Jugendhilfeausschuss in Goch am Mittwoch, 17. Juni, tagt. Denn dann schlägt das Bürgerforum Goch (BFG) eine Neuregelung der Kindergartenbeiträge in der Weberstadt vor. „Wir haben daran mehrere Monate gearbeitet“, erklärte Udo Wennekers, Chef des Bürgerforums. Die Grundlagen des neuen Konzepts stellte er gestern gemeinsam mit seinen BFG-Kollegen Ulrich Knickrehm, Ute Seelen und Engeline Aymans vor.

Verteilung der Lasten

Knickrehm: „Es ist unser Wunsch, die sozialen Lasten annehmbar zu verteilen. Auf möglichst viele Schultern.“ Dafür sollen die Eltern aber nicht so schwer daran zu tragen haben, wie bisher in Goch.

Bislang wird der Beitrag für Kindergartenkinder in einem „Stufensystem“ berechnet. Das führt u.a. zu (nicht konstruierten, sondern echten) Fällen, wo beispielsweise nur acht Euro Unterschied im Jahreseinkommen zu um 399 Euro höheren Gebühren führen. „Außerdem ist es nicht vertretbar, dass schon ab einem Jahreseinkommen von 65 000 Euro keine Einkommensunterscheidung mehr getroffen wird“, betonte Wennekers. Auch wenn es nach oben natürlich schon eine Deckelung geben müsse.

Das BFG schlägt eine Berechnung ohne Stufen und mittels eines linearen Systems vor. Vereinfacht gesagt: Es gibt Formeln, die es möglich machen das Einkommen der Eltern anteilsmäßig (ohne Stufensprünge) zur fairen Berechnungsgrundlage zu machen. Unterm Strich kommt nach Angaben des BFG im günstigsten Fall weniger Belastung für die Eltern und kaum Mehrbelastung für die Stadt Goch dabei heraus.

Auf der anderen Seite, so Wennekers, sei es problematisch, dass Kindergartenbeiträge nur für sehr wenige Kinder erhoben würden. 53 Prozent der Kinder zahlten in Goch gar nichts. Beispielsweise sind Geschwisterkinder frei. Das BFG schlägt vor, dass sie die Hälfte des Beitrags zahlen sollen.

Wenn kein Kind zahlt...

„Denn es gibt Fälle, wo Geschwisterkinder altersmäßig sehr nah beieinander liegen und kein Kind zahlt, weil Kinder im letzten Kindergartenjahr sowieso beitragsfrei sind. Im Ü3-Bereich werden von 107 Kindern aus Haushalten mit einem Einkommen unter 18 000 Euro nur drei 25-Stunden pro Woche betreut, mehr als die Hälfte sogar über 45 Stunden. Da halten wir es für zumutbar, dass auch einkommensschwache Eltern bei mehr als 25-Stunden-Betreuung mit 20 bis 40 Euro pro Monat beteiligt werden“, ergänzte Wennekers.

Das wäre die Summe, die auch im offenen Ganztag gezahlt werden muss.

Auch sollte die Stadt nicht zwischen „Ü 2 und U 2“ unterscheiden, sondern zwischen „Ü 3 und U 3“. Ausführlich vorgestellt wird das Modell des BFG in der Jugendhilfeausschusssitzung am 17. Juni.