Neun Papageien in der Wohnung - Streit geht in nächste Runde

Neun Kakadus hält die Frau aus Geldern in ihrer Wohnung - sind das zu viele? Darüber muss jetzt das höchste NRW-Gericht entscheiden.
Neun Kakadus hält die Frau aus Geldern in ihrer Wohnung - sind das zu viele? Darüber muss jetzt das höchste NRW-Gericht entscheiden.
Foto: dpa (Symbolbild)
Was wir bereits wissen
Wie groß darf die Papageien-Kolonie in der eigenen Wohnung sein? Die Stadt Geldern am Niederrhein hat einer Frau verboten, neun der Tiere zu halten.

Münster/Geldern.. Mit dem Lärm von neun Papageien beschäftigt sich am Donnerstag das Oberverwaltungsgericht in Münster. Nachdem Nachbarn in Geldern am Niederrhein sich über den Krach beschwert hatten, den die Kakadus gemacht hatten, zeigte die Stadt der Besitzerin vor Jahren die Rote Karte.

Die Vogelfreundin ist Liebhaberin der Tiere mit der auffälligen Federhaube und hielt sie in ihrer Wohnung. Die Stadt aber spielte nicht mehr mit und erklärte ihr: Mehr als zwei Papageien seien nicht erlaubt. Dagegen zog die Besitzerin vor das Verwaltungsgericht Düsseldorf - und unterlag. In der nächsten Instanz beschäftigt sich am Donnerstag in einer mündlichen Verhandlung das Oberverwaltungsgericht mit dem Thema.

Vorschrift auf Wohnhäuser übertragen

Gestritten wird dabei um Baurecht sowie um Kleintierhaltung in reinen Wohngebieten und in Wohngebäuden. Der Anwalt der Klägerin wundert sich besonders darüber, dass die Stadt eine Vorschrift zur Kleintierhaltung in sogenannten Nebenanlagen einfach auf ein Wohnhaus überträgt. Außerdem fehle es im Gesetz an einer Beschränkung auf zwei Tiere, argumentiert er. Diese Anzahl hatte die Stadt der Klägerin zugestanden.

Die Stadt Geldern hat sich die Situation vor dem Prozess nochmals angeschaut. Die Klägerin hatte in der Zwischenzeit den Wohnort gewechselt, ist aber jetzt erneut in der Stadt gemeldet - allerdings ohne die Papageien. Nach Auskunft eines Stadtsprechers sind die Tiere an einem anderen Ort untergebracht. Ob das aber so bleibt, hängt wohl auch vom Verlauf der Verhandlung in Münster ab. In der Vergangenheit gab es vor Gericht außerdem immer wieder Streit darum, ob die Frau sich beim Tierschutz an alle Vorgaben hält. (dpa)