Neues Westfenster für St. Nicolai
02.10.2009 | 18:53 Uhr 2009-10-02T18:53:00+0200Kalkar. Pfingsten 2010: Feuerzungen fallen in den Kirchenraum, rot leuchtet es ins Kirchenschiff. Zumindest in Kalkar, der Heilig-Geist-Gemeinde. Denn dann soll das flächenmäßig größte Fenster von St. Nicolai in seiner neuen Gestalt eingeweiht werden.
Unter dem Turm, genau westwärts ausgerichtet, lässt es bislang noch ungebrochenes Licht in den wunderbaren Innenraum. Dunkler wird es werden - aber auch farbiger, rot und gelb.
14 von insgesamt 22 Fenstern hätte der Künstler, Biologe, Physiker und Glasmaler Karl-Martin Hartmann dann ausgestaltet. In seinem Gesamtkonzept vereinigen sich theologische und wissenschaftliche Erkenntnisse zu einer ganz eigenen Version von Schöpfung und Vergehen. „Die Fenster waren von Anfang an umstritten – und sind es heute noch immer”, bekennt Karl-Ludwig van Dornick unumwunden. Als Vorsitzender des Fördervereins St. Nicolai hat er eine Menge für die Kirche bewegt. So finanziert der Förderverein Außenbeleuchtung und Kirchenführer, hat gemeinsam mit Gilden und Bruderschaften die Schatzkammer errichtet. Und er hat die gewaltige Aufgabe übernommen, Geld für neue Kirchenfenster aufzutreiben.
Viele Spenden
185 000 Euro kostet allein das Westfenster. Möglich macht dies hauptsächlich eine Spende der NRW-Bank in Höhe von 80 000 Euro. Weitere Gelder hat der Verein direkt eingebracht, außerdem verzichteten Künstler und Werkstatt auf einen Teil des Gewinns. So zieht ein Großspender den nächsten nach sich. Denn als Wolfgang Clement nach seinem Ausscheiden aus der damaligen Bundesregierung dafür sorgte, dass die RWE AG und die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung 2008 insgesamt drei Fenster sponserten, nutzte van Dornick die Gunst der Stunde: „Bei der Dankesrede an Clement war auch Finanzminister Helmut Linssen anwesend, und ich sagte forsch: Ihr entkommt mir nicht.” Linssen habe später dann gesagt, van Dornick habe ihn bei diesem Termin ja „ziemlich angemacht”. Jedenfalls hatte die Attacke Erfolg – Linssen bedachte den Förderverein bei der Jahresausschüttung der NRW-Bank.
Fenster sollen Akzeptanz steigern
Die Idee der neuen Fenster geht zurück auf eine Idee des gebürtigen Klevers Dr. Werner Thissen, der inzwischen Erzbischof von Hamburg ist. Der Förderverein hofft, dass mit dem großen Fenster die Akzeptanz für das neue „Outfit” insgesamt stärker wird. Denn so viel ist klar: „Es ist nicht leicht, die Leute über 20 Jahre immer wieder davon zu überzeugen, dass sie Geld für neue Fenster spenden sollen”, weiß van Dornick. Aber immerhin gibt es bereits einige Legate für die anderen Fenster. Da braucht man jetzt nur noch ein paar Großspender. Mal sehen, wer bei der Einweihung 2010 in der Kirchenbank sitzt...
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