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Virus-Verbreitung

Neues Virus im Kreis Kleve

01.02.2012 | 18:12 Uhr
Neues Virus im Kreis Kleve

Kleve.   Die „Schmallenberg-Infektion“ sorgt für Missbildungen bei Schafen, Ziegen und Kühen. Halter sind besorgt. Ein Fall in Kleve.

Das Kreisveterinäramt bestätigte gestern einen Fall des neuen Schmallenberg-Virus’ im Kreis Kleve. Betroffen sei ein Schafhalter in Kleve, so die Verwaltung. Das Virus verursacht bei Neugeborenen von Schafen, Ziegen und Kühen schwere Missbildungen. Es wird über eine Mücke (Gnitze) übertragen und wurde im Spätsommer 2011 in den Niederlanden zuerst festgestellt. Für Menschen sei das Virus ungefährlich, versichert Kreissprecher Eduard Großkämper. Allerdings geht der Kreis davon aus, dass in den kommenden Tagen weitere Fälle auftreten werden.

Stark missgeformte Lämmer und Kälber

Der Schafhalter, welcher der NRZ bekannt ist, hat zwei Lämmer angezeigt, die allerdings keine Missbildungen aufwiesen. Die Tiere werden jetzt von einem Veterinäramt in Krefeld (CUAV) untersucht. Ein genaues Ergebnis lag gestern noch nicht vor. Der Schafhalter beschreibt: „Die Tiere konnten nicht saugen und nicht trinken.“ Sie seien schnell gestorben. Schützen können sich Tierhalter gegen die Übertragung nicht.

In der Landwirtschaft ist man besorgt. Die Tierhalter wurden bereits vor sechs Wochen vom Kreisveterinäramt auf das neue Virus hingewiesen. Diese Viren sind bisher nur bei Rindern in Australien, in Asien und Afrika festgestellt worden. Einen Impfstoff gegen das Virus gibt es noch nicht.

Übertragen wird der Krankheitserreger vom Muttertier auf die Lämmer (Kälber). Bei der ersten Zellteilung soll das Virus aktiv werden und die Missbildungen verursachen. Bei Schafen zeigen die betroffenen Lämmer Versteifungen der vorderen und hinteren Gliedmaßen. Häufig sind die Gelenke in einer gebeugten Haltung versteift. Die Wirbelsäule ist S-formig verdreht und der Unterkiefer kann fehlen, bzw. deutlich verkürzt sein. Auch der Schädel der Lämmer ist mitunter deutlich missgeformt und der Hals ist schlangenförmig. Die Lämmer können keine Nahrung aufnehmen.

Die Muttertiere hingegen zeigen keine Auffälligkeiten zum Zeitpunkt der Geburt.

Die jetzt betroffenen Schafe müssen bereits im Herbst von den Überträgermücken gestochen worden sein. Die Geburten erfolgen zumeist aber erst jetzt. Daher geht der Kreis auch davon aus, dass weitere Fälle folgen werden. Ein ähnliches Ausmaß wie bei der Blauzungenkrankheit sei zu erwarten.

Andreas Gebbink

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