Neuer Ansatz für Job-Suche

Goch / Kreis Kleve..  Der so genannte „Work-first“-Ansatz der Jobcenter im Kreis Kleve stelle die schnelle und vorrangige Integration in Arbeit und die Eigeninitiative der Betroffenen in den Mittelpunkt, meldet die Kreisverwaltung. Das funktioniere in Eigenregie der Jobcenter. Insbesondere Arbeitslose, die nach zwei Jahren am Anfang einer eventuellen Langzeitarbeitslosigkeit stehen, sollen zwei Monate lang intensiv nach einem neuen Job suchen. Und zwar in Gruppen mit bis zu 15 Personen in eigens dafür eingerichteten Räumlichkeiten mit PC, Internet und allem, was für eine professionelle Bewerbung gebraucht wird.

Unterstützt werden sie durch besonders geschulte Mitarbeiter des Jobcenters, die den Arbeitsuchenden mit Rat und Tat zur Seite stehen. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jobcenter vor Ort haben eine hohe Kompetenz. Deshalb bieten wir das Angebot ‚Work first‘ selbst an“, erläutert Günter Franik, Leiter des Fachbereichs Jugend, Soziales und Jobcenter des Kreises Kleve. „Unsere Kunden sind selbst in der Verantwortung. Ihr Job ist es, einen Job zu finden.“

Vier Kommunen setzen seit Sommer 2014 das „Work-first“-Angebot ein. In Goch, Kevelaer, Kleve und Rees konnten bislang insgesamt 262 Interessenten das Chancenangebot der Jobcenter in Anspruch nehmen. Von den 202 Kunden, die das Projekt zwei Monate lang genutzt haben, fanden 95 eine Arbeitsstelle, was einer Vermittlungsquote von etwa 47 Prozent entspricht. „Ein vielversprechender Ansatz, für den sich auch weitere Kommunen im Kreis Kleve interessieren“, so Franik.

Die aktuelle Statistik „Grundsicherung für Arbeitsuchende“ des Jobcenters Kreis Kleve meldet für März erstmals weniger betroffene Familien. Die Zahl der Vermittlungen in Beschäftigung lag im Februar bei insgesamt 292 – davon 111 in Vollzeit. Zwei von drei Vermittlungen erfolgten in eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit – ob in Vollzeit oder Teilzeit.

Im März verringerte sich die Zahl der betroffenen Familien leicht auf 9179 (minus 70 Personen). Von den insgesamt 16 847 Betroffenen sind 12 608 erwerbsfähig. Bei den verbleibenden 4239 Personen handelt es sich in der Regel um Kinder.