Neue Windkraft für Weeze

Bauamtsleiter Wilhelm Moll-Tönnissen und Bürgermeister Ulrich Francken.
Bauamtsleiter Wilhelm Moll-Tönnissen und Bürgermeister Ulrich Francken.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
In der Gemeinde werden sieben neue Windräder aufgestellt. Am Dienstag wird der Rat dafür drei neue Konzentrationsflächen ausweisen. Die Bürger sollen profitieren

Weeze..  So ein Windrad kann ganz schön viel Wirbel verursachen. In der Gemeinde Weeze wird am kommenden Dienstag im Rat ein neuer Flächennutzungsplan verabschiedet, in dem erstmals konkrete Konzentrationsflächen für neue Windenergieanlagen in der Gemeinde ausgewiesen werden. Sieben Windräder in den Ortsteilen Wemb und Hoester-Feld gibt es bereits, sieben weitere sollen in absehbarer Zeit hinzu kommen. Und nicht alle Bürger in Weeze und Umgebung sind damit einverstanden.

Windflächen bündeln

Die Planungen laufen jetzt bereits seit zwei Jahren, am Dienstag soll der Sack endlich zugemacht werden. Über 120 Einwendungen hat es während des Planungsprozesses zur Aufstellung der Konzentrationsflächen gegeben. Vor allem Bürger, die in der Nähe eines künftigen Windrades leben, haben ihre Bedenken mitgeteilt. Wer möchte schon gerne neben einem 150 Meter hohen Windrad wohnen?

Bürgermeister Ulrich Francken und Bauamtsleiter Wilhelm Moll-Tönnissen haben sich mit den Eingaben intensiv beschäftigt und auch Abstriche an den ursprünglichen Planungen vorgenommen. Allerdings sehen sie auch eine dringende Notwendigkeit für die Aufstellung der Konzentrationsflächen: „Wenn wir nichts machen würden, wären rein rechtlich in Weeze bis zu 45 Einzelstandorte möglich“, schildert Wilhelm Moll-Tönnissen. Und dies wolle man nicht. Nun bündele man die Windräder auf drei Flächen.

Die Konzentrationsflächen sollen jetzt im Flächennutzungsplan der Gemeinde aufgenommen werden: Es betrifft den Baaler Bruch, Kalbeck und Hoest. In Hoest gibt es bereits zwei Anlagen, deren hoher Lärmpegel allerdings keine weiteren Windräder zulässt. Bei einer möglichen Erneuerung (Repowering) wären auch hier weitere Windräder möglich.

In Kalbeck sollen vier Windräder aufgestellt werden und im Baaler Bruch drei. Vor allem über die Windräder, die an das Gocher Stadtgebiet grenzen, gab es den größten Diskussionbedarf. Die Stadt Goch hatte auch öffentlich ihren Unmut über die Windräder geäußert.

Für Bürgermeister Ulrich Francken ist wichtig, dass auch seine Gemeinde einen Beitrag zur Energiewende leistet. Und im Idealfall könne seine Kommune auch einen finanziellen Nutzen daraus ziehen. So sollen unter anderem die Bürger künftig zum Beispiel über ein Genossenschaftsmodell beteiligt werden können. Als Projektentwickler tümer stehen die Weezer Häuser Kalbeck und Wissen bereit. Sie werden gemeinsam mit der Gemeinde Weeze die Windkraftanlagen auf den Weg bringen.

Energieautarke Gemeinde

Wenn die sieben Anlagen ans Netz gehen, dann wäre Weeze auf dem Papier energieautark. Der Strom, der in der Gemeinde produziert wird, reicht, um die Gemeinde auch zu versorgen. Denn neben den Windrädern gibt es auch noch das große Solarfeld auf dem Flughafen und mehrere Biogasanlagen in der Landwirtschaft.