Neue Hilfen für Flüchtlinge

Foto: WAZ FotoPool

Kleve..  Die Stadt Kleve wird sich verstärkt um die Betreuungssituation der Flüchtlinge kümmern. Kämmerer Willibrord Haas möchte den Flüchtlingen ein festes Tagesangebot unterbreiten, welches von einem freien Träger angeboten werden soll. Im Gespräch mit der NRZ sagte Haas, dass man den Flüchtlingen für die Freizeitgestaltung gerne Sportangebote, zusätzliche Sprachkurse und städtische Informationen unterbreiten möchte. Bislang ist die Caritas für die Betreuung der Flüchtlinge in Kleve zuständig. Auch die Caritas habe bereits ihr Kontingent für die Flüchtlingshilfe aufgestockt, so Haas. „Es geht uns um ein menschliches Miteinander. Wir wollen, dass die Flüchtlinge eine Beschäftigung haben und sich in der Stadt auch zurechtfinden.“ Haas rechnet mit Kosten von bis zu 50 000 Euro.

Die Wohnsituation habe sich in den vergangenen Wochen deutlich verbessert. Man habe jetzt 100 Menschen in Wohnungen unterbringen können. Auch für reine Männer-Wohngemeinschaften habe man Lösungen finden können. Dies sei auf dem Klever Wohnungsmarkt nicht so einfach, so Haas. Die Sammelunterkunft an der Stadionstraße werde monatlich grundgereinigt durch ein Unternehmen. Zudem gibt es nächtliche Kontrollen. Seitdem habe es auch keine Beschwerden mehr gegeben.

Viele geduldete Asylbewerber

Haas geht davon aus, dass man auch in Zukunft auf eine Sammelunterkunft angewiesen sei. „Vielleicht nicht für 120 Personen, aber doch für 50 oder 60 Menschen, um auch spontan auf Zuweisungen reagieren zu können“, so Haas. Allein für diese Woche seien 13 weitere Asylbewerber angekündigt worden. In der kommenden Woche wird der zweite Trakt der ehemaligen Hauptschule in Materborn für die Flüchtlinge freigegeben.

Überrascht hat Haas hingegen die beachtliche Zahl von „geduldeten Asylbewerbern“ in Kleve. So gibt es 71 Bewerber, deren Asylanliegen bereits abgelehnt worden ist. Aus unterschiedlichen Gründen können sie allerdings nicht in die Ursprungsländer abgeschoben werden: „Meistens fehlen die dafür nötigen Reisepapiere“, erklärt Kreissprecherin Ruth Keuken. Im Kreis gibt es insgesamt 538 geduldete Asylbewerber. Das sind 43,8 Prozent aller Asylbewerber.