Närrisches Jubiläum im Schnee
14.02.2010 | 18:38 Uhr 2010-02-14T18:38:00+0100
Kranenburg. Viele Tausend Besucher verfolgten den 25. Frühschoppenzug in der Kranichgemeinde. Das kalte Wetter konnte den Narren aber nichts anhaben, sie feierten ausgelassen in den Tag hinein.
Unter dem Motto „Weij loote et wer loope” zog im Februar 1985 nach jahrelanger Pause endlich wieder ein Frühschoppenzug durch Kranenburg. Und er setzte sich durch: Rund zwei Kilometer lang war der Jubiläumslindwurm, der gestern unter dem Motto „Kranenburg, ein Vierteljahrhundert, wen wundert's” durch die Gemeinde zog. Schnee und klirrende Kälte hielten die etwa 30 000 feierwütigen Narren nicht davon ab, pünktlich um 11.11 Uhr die Große Straße zu bevölkern. Wer direkt an der Zugstrecke wohnte hatte Glück, viele Garagen und Balkone wurden kurzerhand zum Partyraum umfunktioniert. Insgesamt zogen rund 70 Zugnummern mit, soviele wie nie zuvor. Darunter viele Wagen von befreundeten niederländischen Vereinen.
Abwrackprämie war Motto-Stoff
Unter den deutschen Wagenbauern war ein Thema besonders beliebt: Die Abwrackprämie. Die Fraggles stellten fest: „Die Abwrackprämie war für den Staat nicht teuer, denn es war unsere Steuer.” Auch die Mehrhühner trauerten um viele schöne alte Autos. Die CKJ Nütterden verband Nationales mit Lokalem, Abwrackprämie mit der neuen Tüv-Regelung für alle Karnevalswagen beim Klever Rosenmontagszug. Das eigene Gefährt war natürlich Narren-Tüv-geprüft.
Neue Helden für Kranenburg
Das Frasselter Karnevals-Komitee nahm die Windraddiskussion aufs Korn: „Wir haben auch ohne Wind die Lampen an.” Hommersum als Kulturhauptdorf, so lautete der Vorschlag der KLJB. Und Lucky Luke, Superman und Super Mario stellten sich als Kranenburgs neue Superhelden vor – für Nationalmannschaft, Wirtschaftskrise und das Bürgermeisteramt. Und vielleicht auch für die Landwirtschaft, denn: „Fliegen - nur Milch ist teuerer” so war es auf dem Wagen der Fliegenden Kühe zu lesen. Die KG Nütterden tanzte sich warm, sie waren alle im Saturday Night Fever.
Der Elferrat der Krunekroane verteilte Rosen, die Exprinzen hatten ihren Wagen mit Herzluftballons geschmückt – schließlich war gestern auch Valentinstag. Als Überraschungseier bzw. Ü-Frauen verkleidet waren die Gardefrauen unterwegs. Passend zu ihrer Tollität, Prinz Andreas, dem Überraschenden. Der bildete, gemeinsam mit Funkenmariechen Kathi auf dem Prinzenwagen den krönenden Abschluss des Zuges. Nach der zweiten Zugrunde ging es dann im Bürgerhaus weiter, wo alle eingefrorenen Füße und Hände ganz schnell wieder auftauten.
0mitdiskutieren