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Massentierhaltung

Nabu kritisiert Erweiterung der Puten-Mastanlage in Kleve

24.01.2012 | 18:56 Uhr
Nabu kritisiert Erweiterung der Puten-Mastanlage in Kleve
Die Putenmast in Kleve-Keeken darf erweitert werden – von 35 777 auf 55 410 Tiere. Der Nabu kritisiert die Vergrößerung des Mastbetriebs Foto: Roy Glisson

Kleve.   In Kleve-Keeken darf Landwirt Simon Schlüter seine Putenmast auf 55 410 Tiere erweitern. Der Nabu sieht dies problematisch. Die Naturschützer bezweifeln, dass in einer solch großen Anlage artgerechte Tierhaltung möglich ist und kritisieren die Industrialisierung der Landwirtschaft.

Wie geht es weiter mit der modernen Landwirtschaft? NRW-Agrarminister Johannes Remmel möchte der Massentierhaltung künftig einen Riegel vorschieben. Sein jüngster Vorschlag auf der Grünen Woche: Großmastanlagen – etwa für Geflügel oder Schweine – sollen ab einer Größe von 40 000 Tieren nicht mehr ohne weiteres genehmigt werden können. Remmel sorgt sich um den artgerechten Umgang mit den Masttieren und den übermäßigen Einsatz von Antibiotika.

Problematische Erweiterung

Große Betriebe sind auch im Kreis Kleve in den vergangenen Jahren viele entstanden: Schweine, Kühe, Hühner und Puten werden in immer größeren Stallungen gehalten, damit die Landwirte effizienter arbeiten und Kosten senken können. Die jüngste Entwicklung vollzieht sich in Kleve-Keeken. Die Kreisverwaltung hat vor gut zwei Wochen die Genehmigung für die Erweiterung eines Putenmastbetriebes auf 55 410 Tierplätze erteilt. Nach der Definition des grünen Agrarministers wäre dies eher eine Industrieanlage als ein landwirtschaftlicher Betrieb. Die hiesigen Naturschutzverbände unterstreichen dies.

Josef Peters kann „die Diskussion bald nicht mehr hören“. Der Kreislandwirt betont, dass die Anlage in Keeken ein „ganz normaler bäuerlicher Betrieb“ sei und nichts mit einer Industrieanlage zu tun habe. „Hier wurde nach Recht und Gesetz gehandelt. Es wurde alles eingehalten, das Ganze hat zwei Mal während der Offenlage in der Zeitung gestanden“, betont Peters. Man solle die Landwirte nicht kriminalisieren.

Volkhard Wille vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) sieht das anders. Er hält die Betriebserweiterung in Keeken für äußerst problematisch: „Wir halten eine weitere Industrialisierung im Vogelschutzgebiet für falsch.“ Ein Putenmastbetrieb für über 55 000 Tiere könne nicht gut sein: „Das sagt einem schon der gesunde Menschenverstand.“

Bedenken bezüglich des Artenschutzes und der Tierhaltung

Der Nabu hat Bedenken bezüglich des Artenschutzes und der Tierhaltung, bemängelt die Unvollständigkeit der Planungsunterlagen und die Ammoniak-Freisetzung, die eine Beeinträchtigung des Artenreichtumes in der Düffel bedeute. „Die Erweiterung dieses Betriebes ist ein Paradebeispiel für die Industrialisierung der Landwirtschaft“, so Wille. Der Nährstoffkreislauf sei nicht mehr gegeben. Die Ländereien des Landwirten reichten nicht aus, um die Tiere zu ernähren, so dass Futtermittel im großen Umfang zugekauft werden müssen.

Landwirt Simon Schlüter kennt die Argumente der Naturschutzverbände. Der Landwirt sagt, dass er die Mast seiner Puten ethisch einwandfrei vertreten kann: „Wir leben in einer arbeitsteiligen Gesellschaft. Die Betriebe werden größer und produktiver.“ Dass man Futtermittel hinzukaufen müsse, sei nicht verwerflich: „Futtermittelwerke bestehen ja nicht erst seit gestern“, so Schlüter.

„Wir produzieren keine Billigware“

Er sei mit Leib und Seele Landwirt und Putenmäster und stehe hinter seinem Produkt: „Ich bin ein ethisch denkender Mensch. Wir produzieren hier keine Billigware.“ Fleisch, das exportiert werde, gehe meist in europäische Nachbarländer und werde nicht verramscht. „Wir halten alle gesetzlichen Vorschriften ein“, betont Simon Schlüter. Der Einsatz von Antibiotika in der Putenmast werde vom Kreisveterinäramt genauestens überwacht.

Andreas Gebbink

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Kommentare
25.01.2012
08:12
KEINE INDUSTRIELLEN TIERFABRIKEN MEHR!!
von www.schnitzel-ist-out.de | #1

Tierquälerei, Umweltverschmutzung, Gesundheitsgefährdung, Antibiotikamissbrauch....
Die Liste ist lang, die gegen Tierfabriken spricht!

Insbesondere sollten sich die Menschen fragen, ob sie es ethisch vertreten können, Tiere in kürzester Zeit wie Ballons aufzupumpen, so dass ihre Beine das Gewicht nicht mehr tragen können, ihnen betäubungslos die empfindlichen Schnäbel abzuschneiden und sie die sechs kurzen Wochen ihres qualvollen Lebens unter Schmerzen dicht gedrängt in dunklen sticken Ställen einzusperren, bis sie milliardenfach im Akkord geschlachtet werden!

Wir haben hierzulande ÜBERPRODUKTION, hier wird nur das Brustfleisch gegessen, exportiert werden "minderwertige" Hähnchenteile, die hier nicht gewünscht werden. In Schwellenländern werden mit dem BILLIGexportfleisch die Existenzen zerstört! Außerdem gilt für unser "Vieh" KEIN Gesetz nur "Mindestanforderungen" und die sind mehr als lächerlich!

Wacht endlich auf und kämpft gegen dieses selbstzerstörerische System, das nur einen Sinn hat: den Tierquälern die Taschen vollzumachen!

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