Museum Kurhaus Kleve zeigt Alex Katz
10.10.2009 | 00:01 Uhr 2009-10-10T00:01:00+0200
Kleve. Wie flirrende, sirrende Insekten wirren die strahlend gelben Blätter über die Leinwand und sind doch in diesem einen Moment eingefangen. Eben noch geschlossen sind die Augen der jungen Frau einen buchstäblichen Augenaufschlag später geöffnet – und verharren.
Zur Ausstellung – eine Kooperation mit dem finnischen Sara Hildén Kunstmuseum in Tampere und dem Musée de Grenoble – erscheint im Klever Boss-Verlag ein deutsch-englischer Katalog zu 22,50 Euro. Der Künstler schuf eine Edition (Preis 600 Euro); außerdem gibt es eine Postkartenserie. Zur Eröffnung am Sonntag, 11.30 Uhr, sprechen Bürgermeister Theo Brauer, Janice G. Weiner, US-Generalkonsulat Düsseldorf, Dr. Ingrid Stoppa-Sehlbach, NRW-Staatskanzlei, und Museumsleiter Guido de Werd.
Die Werke „Yellow Leaves” und „Eyes closed – eyes open” in der Wandelhalle des Museums Kurhaus Kleve stehen für sich, sind in ihrem Stillstand der Zeit enthoben. Von Sonntag an zeigt das Museum Kurhaus Kleve die Ausstellung „Alex Katz – An American Way of Seeing”, eine Werkschau der harten Anschnitte, der Balance zwischen Fläche und Figur, Bilder der fließenden Welt.
Katz, der 1927 in Brooklyn/New York geboren wurde, gehört seit Jahrzehnten zu den führenden Vertretern der figürlichen Malerei in den USA. Mit der rund 40 Arbeiten umfassenden, repräsentativen Übersicht über das Schaffen Katz' setzt das Kurhaus seine Reihe mit Ausstellungen wichtiger amerikanischer Künstler fort. Nach Richard Serra, Mark Tansey, Robert Indiana und Brice Marden ist Alex Katz der fünfte US-Amerikaner, der seine künstlerische Position in Kleve präsentiert. Als Chronist seiner Zeit verfolgt er dabei ein klares, figuratives Prinzip. „Alex Katz vereinfacht sein Motiv aufs Äußerste”, erklärt Kustos Dr. Roland Mönig. Seine Gemälde erzählen keine Geschichte, seine Figuren sind nicht räumlich verortet. Was Katz mit seinen skulpturalen Cut-outs (aus dem eigentlichen Bildhintergrund herausgelöste Figuren) noch auf die Spitze treibt. „Mein Werk ist tatsächlich nicht erzählerisch”, sagt Katz. „Es gibt Symbole und viele Bilder mit vielfachen Bedeutungen.”
Katz, auf dessen Schaffen eine ganze Generation junger Künstler Bezug nimmt, arbeitet seit mehr als einem halben Jahrhundert in einem geschlossenen Kontext, präsentiert ein schlüssiges und nachvollziehbares Werk. Die Klever Ausstellung zeigt die ganze Breite seines Schaffens zwischen 1957 und 2008. Dabei ist die Werkschau nicht retrospektiv, sondern wie ein „work in progress” Ausdruck einer lebenslangen Antwort des Malers auf das moderne Leben des 20. Jahrhunderts. Der 81-Jährige schafft eine distanzierte, bisweilen nahezu kühl wirkende Kunst und bevorzugt teils monumentale Formate. Als Schlüsselwerk bezeichnet Mönig die 1960 entstandene Arbeit „Luna Park” mit ihrer Klarheit des Lichts und der Einfachheit der Komposition.
„Wir sind sehr stolz auf diese Ausstellung”, bekennt Museumsleiter Guido de Werd. „Alex Katz ist ein großartiger Maler, seine Bilder voller Leichtigkeit und spontaner Energie.”
Katz, der im Gegensatz zum abstrakten Expressionismus der späten 50er Jahre konsequent auf das Gegenständliche setzte und Portraits, Stillleben und Landschaften schuf, verleihe seiner Malerei mit verblüffenden Farbakzenten einen meisterhaften Gesamtklang, so de Werd.
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