„Museen brauchen Editionen“

Die Arbeit „Kopf und Körper“ war Michael Sailstorfer auch Vorlage für seine schnell ausverkaufte Edition im Museum Kurhaus Kleve.
Die Arbeit „Kopf und Körper“ war Michael Sailstorfer auch Vorlage für seine schnell ausverkaufte Edition im Museum Kurhaus Kleve.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Museum Kurhaus Kleve bereichert seine Sammlung. Der Freundeskreis finanziert damit Projekte wie Ausstellungskataloge

Kleve..  Editionen gibt es im Kurhaus Kleve solange es das Museum gibt. Zu nahezu jeder Ausstellung konnten die Museumsmacher ganz besondere Werke in kleinen Auflagen anbieten, nicht selten handsigniert und nummeriert. So ist es auch bei den jüngsten Präsentationen. Sowohl die aktuelle Werner Deutsch-Preisträgerin Damaris Kerkhoff, der derzeit im Kurhaus zu sehende Michael Sailstorfer als auch die in Berlin lebende Tara Mahapatra schufen Editionen zu ihren Ausstellungen.

„Clean Feelings I-III“ heißt die dreiteilige Arbeit von Kerkhoff, die in einer Auflage von acht Exemplaren erschienen ist. Es sind zarte Zeichnungen der gebürtigen Münsteranerin, die im wesentlichen in Collagen arbeitet. „Kerkhoff sieht ihre Zeichnungen wie eine Art Tagebucheintragungen oder die tägliche Beschäftigung mit ihren Themen“, erklärt Museumsmitarbeiterin Susanne Figner. Das Zusammenspiel von Formen habe etwas Bewegtes, fast Tänzerisches. „Für ihre Collagen fügt die Künstlerin ihre Zeichnungen zusammen.“ Zwei der Serien sind bereits verkauft.

Sammlerinteresse geweckt

„Metamorphose“ heißen die 20 Unikate von Tara Mahapatra. Ihre Kunst ist im Rahmen des Projekts 25/25/25 der Kunststiftung NRW noch bis zum 25. Januar in Kleve ausgestellt. „Mahapatra interessiert in ihrer Kunst Dinge im Fluss zu halten, sie von einem in einen anderen Zustand zu bringen,“ sagt Figner. Ähnlich wie Kerkhoff vertritt sie dabei eine minimalistische Kunstrichtung, haben ihre Arbeiten seriellen Charakter.

Museen, so die Kunsthistorikerin, seien gerade mit Blick auf die Preise auf dem Kunstmarkt auf Schenkungen und Editionen angewiesen. „Ein wichtiger Teil dieses Budgets fließt in den Freundeskreis“, so Figner. Der unter anderen die Ausstellungskataloge finanziert. Interessanter Nebeneffekt: Die Herausgabe von Editionen hat längst das Interesse von Sammlern geweckt. Beispiel Sailstorfer (noch bis 25. Januar in Kleve): Seine Edition zur aktuellen Ausstellung war innerhalb von 24 Stunden ausverkauft. „Mancher Sammler kauft die Edition schon, wenn sie noch gar nicht fertig ist“, verrät Figner.

Zu den interessantesten Arbeiten der vergangenen Jahre gehörten die Wortskulpturen von Carl Andre, einem der berühmtesten Bildhauer der Minimal Art, das faszinierende Künstlerbuch von Ettore Spalletti oder das Blatt von David Thorpe, das sich mit einem Gedicht in Anlehnung an Lyrik aus dem 17. und 18. Jahrhundert auf eine Installation bezieht.

„Für das Museum sind diese Editionen ein Fundus, der aktuell bleibt“, findet Figner. Und der die Sammlung des Hauses um wichtige Aspekte und spannende Stücke bereichert.