Monstertrucks und Glücksschweine

Da half dann auch bald das Glücksschwein nicht mehr - Bürgermeister Gerhard Fonck hatte es aus dem Schornstein gezogen.
Da half dann auch bald das Glücksschwein nicht mehr - Bürgermeister Gerhard Fonck hatte es aus dem Schornstein gezogen.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Auch im Jubiläumsjahr erstürmten die Mannen der Kalkarer Karnevalsgesellschaft die Rathausstufen und sicherten sich die Schlüsselgewalt. Altweiberumzug begeisterte bei Sonnenschein

Kalkar..  Bürgermeister Gerhard Fonck hatte gestern nicht auf schwere Geschütze bei der Verteidigung des Kalkarer Rathauses gesetzt, sondern aufs Glück. Und das bringen bekanntlich Schornsteinfeger und Glücksklee. Das alles war beim Altweiberzug und nachher auch vor dem Rathaus aufgefahren worden... und half dann doch nichts. Seit gestern Nachmittag befindet sich die Nicolaistadt fest in Narrenhand.

Die Kalkarer Karnevalsgesellschaft (KKG) hatte auch im Jubiläumsjahr „50 Jahre KKG“ gestern ein närrisches Stimmungsfeuerwerk vorbereitet und abgeschossen. Eins, dass auch Petrus klasse fand und mit Sonne begleitete. In der Nikolaistadt wird traditionell sozusagen der karnevalistische Startschuss für den Straßenkarneval abgefeuert.

Nicht nur mit den berüchtigten Möhnen, die sich beim Möhneball überall im Kreis Kleve umtrieben, sondern auch mit dem ersten närrischen Umzug im Kreis. Mit großen Augen und bald schon vollen Tüten für Bonbons und andere Wurfgeschosse flankierten Indianern, Ritter, Sternchen, Prinzessinnen und Co. die fantasievollen Wagen und Fußgruppen. Angeführt vom Mottowagen „50 Jahre – wir feiern mit“ der KKG Garde (3. Kompanie) zogen die prächtigen Karnevalswagen durch die City. „Rund 350 Teilnehmer sind alleine am Zug beteiligt“, verriet Zugorganisator Olaf Giltjes. „Sicherheit steht bei uns an oberster Stelle.“ Deswegen hatten alle Traktoren und Anhänger nicht nur mindestens acht Fußbegleiter, sondern auch bodentiefe „Rundum-Verkleidungen“.

So kamen auch der große Monstertruck der Messdiener, der Super-Mario-Wagen der Schützen und die dröhnenden Fraggles gefahrlos an den zahlreichen Zuschauern vorbei. Gemeinsam mit den Fußgruppen hatten sie jede Menge „Süßes“, was in die Menge geworfen wurde und nicht nur Kinderherzen erfreute.

Große Party nach dem Umzug

Aber das alles war auch gestern wieder nur die Vorbereitung für die eigentliche Machtübernahme durch die Narren der KKG: Der Rathaussturm folgte unmittelbar. Wortgewandt und schlagfertig tat Bürgermeister Gerhard Fonck das Verwaltungsmann-mögliche, um den Rathausschlüssel zu verteidigen – ohne Erfolg: Der erste Bürger der Stadt überließ schließlich bis Aschermittwoch der KKG-Übermacht die Schlüsselgewalt. Den Schlüssel zog übrigens KKG-Chef Paul Jamin aus dem Schornstein des (Papp-)Rathauses. Aus dem hatte Fonck zuvor bereits ein rosa Glücksschwein und auch die leere Geldkassette der Stadt gezaubert, bevor ein Sack voller leerer Flaschen folgte. Eine Steilvorlage für den Chef-Narren Jamin, der lachend erklärte: „Ein Haufen leerer Flaschen – symbolisch für die Truppe aus dem Rathaus.“

Altweiber sind solche Sprüche erlaubt und gemeinsam konnten danach alle bei der großen After-Zug-Party ausgiebig feiern. Helau!