Molkerei: Das Ende rückt näher
06.10.2010 | 16:34 Uhr 2010-10-06T16:34:00+0200
Kalkar.Für die Molkerei in Kehrum, die zum 30. Juni 2011 geschlossen werden soll, zeichnet sich weiter keine Rettung ab. „Es sieht schlecht aus“, bestätigte gestern Betriebsratsvorsitzender Joe Alford nach einer Belegschaftsversammlung.
Zwar sei ein Sozialplan für etwa 150 Beschäftigte ausgehandelt worden, über den die Mitarbeiter informiert wurden, sagt Alford. Der Sozialplan sei unabhängig von Zahlungen an die Mitarbeiter aber immer die schlechteste Lösung.
Alford hatte sich gestern im Landhaus Beckmann mit Vertretern des Europäischen Betriebsrates von FrieslandCampina getroffen, um sich über den Stand der Dinge auszutauschen. „Wir sind uns einig, dass der Konzern auch eine Verantwortung für die Region hat“, betonte Joe Alford. Es gebe im Kreis Kleve keine Ersatz-Arbeitsplätze für so viele Menschen. In Kürze will man sich erneut mit der Konzern-Leitung treffen und versuchen, Einfluss zu nehmen auf die geplante Schließung.
Bekanntlich schreibt die Molkerei schwarze Zahlen. Dicht gemacht werden soll das traditionsreiche Werk aber wegen der Fusion der beiden niederländischen Konzerne Friesland und Campina, heißt es. So sollen offenbar Überkapazitäten abgebaut werden.
Nach den Worten des Kehrumer Betriebsratsvorsitzenden existiert ein Verkaufs-Exposé für die Molkerei, das von der Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaft Pricewaterhouse erstellt, aber vom Konzern noch nicht freigegeben wurde. Wie berichtet, hatte FrieslandCampina im April doch überraschend zugestimmt, dass der Standort verkauft werden kann.
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