Mobilität auch ohne Auto

Bürgerbus ist für die Stadt Kalkar vom Forum vorgeschlagen worden.
Bürgerbus ist für die Stadt Kalkar vom Forum vorgeschlagen worden.
Foto: Anke Gellert-Helpenstein
Was wir bereits wissen
Fraktion Forum Kalkar beantragt Grundsatzbeschluss des Rates zum Thema Bürgerbus. Denn der soll auch Menschen ohne Auto die Mobilität erhalten

Kalkar..  Die Anbindung der Kalkarer Ortschaften an die Kernstadt ist nicht die Beste. Menschen, die keinen Führerschein oder auch nur kein eigenes Auto besitzen, haben es oftmals schwer Ärzte, Behörden, Banken oder Geschäfte in der Nicolaistadt zu erreichen. Vor allen Dingen dann, wenn sie in Appeldorn, Kehrum, Wissel, Grieth oder den anderen acht kleinen Ortschaften wohnen. Da reiche die Infrastruktur seitens des öffentlichen Personennahverkehrs, kurz ÖPNV, nicht aus, um den Menschen Mobilität zu bieten, erklärt auch Lutz Kühnen, Fraktionsvorsitzender der Wählergemeinschaft Forum Kalkar, in seinem Brief an die Bürgermeisterin Britta Schulz. Ein Bürgerbus soll dieses Problem lösen, so die Idee der Forumsmitglieder

Ein Bürgerbus könnte das vorhandene Angebot des ÖPNV ergänzen und Gebiete sowie Zeiten abdecken, die durch den Linienverkehr nicht versorgt werden. „Er übernehme mit seinem zusätzlichen Verkehrsangebot eine wichtige öffentliche Aufgabe und böte somit die Möglichkeit, einen Teil zur Erfüllung der Fürsorgepflicht und Daseinsvorsorge der Kommune für ihre Bürger beizutragen“, so Lutz Kühnen in seinem Schreiben weiter. Die Umsetzung der Idee ist dabei an gesetzlich festgelegte Verfahrenswege gebunden. Dazu gehört zwingend die Gründung eines eingetragenen Bürgerbusvereins. Und das Drei-Säulen-Modell: Bürgerbusverein, Verkehrsgesellschaft (NIAG) und Stadt Kalkar.

„Bis zu 50 000 Euro für das Fahrzeug und eine jährliche Kostenpauschale für den Bürgerbusverein übernimmt das Land NRW“, erklärte Heinz Igel, Vorstandsvorsitzender der Wählergemeinschaft Forum Kalkar. Verantwortlich für die Finanzierung und die Durchführung des Fahrbetriebes wäre später der Bürgerbusverein. Die Stadtkasse soll möglichst nicht belastet werden. Der Ratsantrag des Forums soll der erste Schritt zur Umsetzung sein, nämlich eine fraktionsübergreifende Willenserklärung aller Parteien und Wählergemeinschaften, dieses Projekt zu unterstützen, so Igel. Im nächsten Schritt soll dann eine Bürgerversammlung den Bürgerbusverein gründen. „Dann brauchen wir natürlich auch circa 25 bis 40 Ehrenamtliche, die sich als Fahrer zur Verfügung stellen“, ergänzt Igel. So viele seien schon deshalb nötig, weil jeder Fahrer dann circa vier Stunden die Woche „Dienst“ hätte.

Werbeaktionen

Außerdem müssen die Linien und Zeiten, Werbeaktionen und mehr mit der Stadt und dem Verkehrsunternehmen NIAG abgesprochen werden. Doch jetzt steht erst einmal die Ausschusssitzung an, in der über den Antrag diskutiert wird. Der Ausschuss „Bürgerbeteiligung und Gemeinwesen“ tagt am 24. November. Sollte das Gremium den Antrag dem Rat empfehlen, dann würde dieser darüber entscheiden.