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Lamas

Mit dem Leih-Lama durch die Klever Natur spazieren

27.03.2016 | 08:00 Uhr
Futter findet das Lama genug auf am Meyerhof.Foto: Andreas Daams

Kleve.  Auf dem Meyerhof bei Kleve gibt es nun vier Lamas. Man kann sie für Spaziergänge buchen. Lamas strahlen Ruhe aus undsind wachsame Tiere.

Irgendwie beneidenswert. So auf der Weide stehen, die Schwanenburg anblicken und dabei seelenruhig Heu mampfen. Wenn man Lama ist und aus dem Sauerland stammt, gibt es vermutlich schlechtere Orte zum Leben. Und dann noch die Leute hier! Viele Neugierige sind gekommen, sogar die Bürgermeisterin ist da, Kinder rasen herum, und irgendwelchen Vorfahren aus Südamerika dürfte sogar die Musik bekannt vorkommen, die der Gitarrist Thomas Geisselbrecht spielt.

Um es ganz klar zu sagen: Die Lamas lassen sich durch nichts, aber auch gar nichts aus der Ruhe bringen. Sie spucken auch nicht. Zumindest nicht jetzt. „Es sind immer dieselben zwei Fragen, die wir zu hören kriegen“, sagt Thomas Brückner, einer der drei Lama-Begeisterten, die künftig Lamawanderungen in Kleve anbieten. Die erste Frage: Spucken die nicht immer? Die zweite Frage: Wie um alles in der Welt kommt man ausgerechnet auf die Idee, Lamas zu halten?

Lamas kommen aus dem Sauerland

„Zunächst“, sagt Christoph Frauenlob, der zweite im Bunde, „haben wir uns in das Gelände verliebt.“ Das Gelände ist der hintere Teil des Meyerhofs, direkt am Kermisdahl, wo sich weit hinter dem Wiesengrün und Ackerbraun die Klevischen Berge erheben. Kein Wunder, dass Johann Moritz von Nassau in nächster Nähe sein Grabmal gestalten ließ. Hier kann man die Blechkarawane, die sich Tag für Tag über die Höhen der Stadt schiebt, nur erahnen. Und wenn man Lama ist, kann man sich vielleicht vorstellen, der Klever Berg sei ein Auskäufer der Kordilleren.

Aber obgleich Lamas perfekte Lasttiere sind, ist ihre Aufgabe in Kleve doch eine andere. Sie sollen mit Familien, Kindern oder anderen Gruppen durch die Natur spazieren. Barbara Darr, gelernte Tierpflegerin, schätzt Lamas schon lange. Das Trio hat die vier Lamas bei einem Züchter im Sauerland erworben, nachdem es vorher mehrtägige Praktika an der Rhön absolviert hat. Denn man muss ja genau wissen, ob man sich wirklich auf die Tiere einlassen will.

Lama-Wanderung auf der Halde

 

Höhere Zäune für die sanften Springer

Dem Augenschein nach fühlen sich Little Joe, Salvador, Dolorica und Bellaza jedenfalls ganz wohl. Man kann sich gar nicht vorstellen, dass die drei Lama-Halter extra die Zäune erhöhen mussten – so sprungkräftig sind die Tiere. Doch scheu sind sie nicht, außer bei Fotografen, da ducken sie sich gerne schon mal weg, wenn man gerade glaubt, ein perfektes Foto machen zu können. „Durch ihre ruhige Ausstrahlung, ihre angeborene Neugier und Wachsamkeit, ihren sanften Charakter und vor allem mit ihrem weichen Vlies berühren sie uns Menschen und schaffen im Übrigen auch ideale Voraussetzungen für heilpädagogische Behandlungen“, zitiert Brückner aus einem Standardwerk über Lamas.

Bleibt noch die Frage nach der Spuckerei. Weder kauen Lamas Tabak noch spucken sie aus purer Lust am Schabernack Menschen ins Gesicht. Sie spucken entweder, um ihren Artgenossen zu zeigen, wer Herr auf der Weide ist, oder aus Futterneid. Doch dazu gibt es auf dieser schönsten aller Klever Weiden nicht den kleinsten Anlass.

Spaziergang mit Lamas

 

Andreas Daams

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Mit dem Leih-Lama durch die Klever Natur spazieren
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http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-kleve-und-der-region/mit-dem-leih-lama-durch-die-klever-natur-spazieren-id11677504.html
2016-03-27 08:00
Kleve, Lama, Lamas, Meyerhof
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