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Milch, Mais und Muttertiere

01.09.2014 | 11:00 Uhr
Milch, Mais und Muttertiere
Beeindruckend: Die Kaltlüter des Zuchtbetriebes Thomas Verbücheln aus Bedburg-Hau.Foto: Andreas Gebbink

Kleve.   Weit über 10 000 Besucher kamen gestern zum Familientag nach Haus Riswick. Auch die Kreistierschau lockte viele Menschen an den Elsenpaß

Nein, ein zweites Mal wollte Klaus Hünting das Silogras nicht mehr in den Mund nehmen – schon gar nicht für ein schönes Foto in der NRZ. „Ne, das soll eigentlich schon im Magen der Kühe landen“, lacht der Mitarbeiter der landwirtschaftlichen Versuchsanstalt Haus Riswick, der soeben ganz anschaulich demonstriert hat, dass man Grassilage auch als Mensch essen kann. Nichts giftiges dran: „Nur man kaut halt sehr lange darauf herum“, erklärte er einem interessierten Besucher gestern Nachmittag beim Familientag auf Haus Riswick.

Wie Sauerkraut

Es gab wieder eine Menge zu sehen, zu staunen und zu lernen beim Familientag. Weit über 10 000 Menschen tummelten sich auf dem niederrheinischen Vorzeigebauernhof in Kleve-Kellen, um zu erfahren, wie moderne Landwirtschaft heute funktioniert. Klaus Hünting erklärte, wie eine Silage entsteht. „Eigentlich funktioniert es wie beim Sauerkraut“, sagt Hünting. Das Futtermittel wird unter Abschluss von Luft durch die Zucker und Milchsäuren der Pflanzen konserviert. Wenn das Silo gut verschlossen ist, kann sich die Silage sehr lange halten und ist ein ideales Kraftfutter für Kühe. Und: „Eine gute Silage stinkt nicht“, betont Hünting.

Besonders beliebt für eine Silage ist die Maispflanze. Denn: „Mais ist eine Pflanze für Doofe“, sagt Hünting salopp. Einmal gepflanzt und gut gedüngt braucht der Bauer eigentlich kaum noch nach dem Mais zu schauen. „Bis Mitte September muss er sich nicht groß drum kümmern“, sagt Fachmann Hünting. Die Pflanze lasse sich zudem gut im Silo konservieren. Der Nachteil: „Die Welt wird auf einmal sehr klein, wenn man im Sommer am Niederrhein Fahrrad fährt.“ Die Vermaisung der Landschaft nimmt dem Radfahrer den Horizont.

Die besten Zuchttiere

Sehr interessant war auch die Präsentation der besten Zuchttiere aus dem Kreis Kleve. Die gewaltigen Kaltblüter des Betriebes Thomas Verbücheln hinterließen bei vielen Besuchern einen bleibenden Eindruck. Auch Hütehunde und Kühe wurden auf der Wiese präsentiert. Viele der gezeigten Tiere können sich auch bei bundesdeutschen Wettbewerben sehen lassen und werden regelmäßig ausgezeichnet.

Am frühen Mittag tummelten sich Tausende Besucher am Elsenpaß. „Hier ist es rappelvoll. Es sind deutlich mehr Menschen als in den vergangenen Jahren“, freute sich Detlef Pappelbaum, der das Familienfest gemeinsam mit Michael Berndsen und Anne van Bebber organisiert hatte. Ein Grund für den enormen Zuspruch sei sicherlich das schlechte Wetter der vergangenen Tage: „Die Leute wollen einfach mal wieder raus“, sagte Pappelbaum. Aber auch die erstmalige Organisation mit der Kreistierschau habe viele Besucher angelockt. Pappelbaum ging gestern von 12 000 bis 13 000 Besucher aus.

Andreas Gebbink

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Milch, Mais und Muttertiere
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2014-09-01 11:00
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