Mekka der Männchen-Macher

Haustiermesse Wunderland Kalkar, Australian Shepherd "Filou" vor seinem Werbeplakat für
Haustiermesse Wunderland Kalkar, Australian Shepherd "Filou" vor seinem Werbeplakat für
Foto: Astrid Hoyer-Holderberg
Wunderland bot 6000 Quadratmeter für „Frauenversteher“, „Satansbraten“ und ihre menschlichen Begleiter. Erste Haustiermesse erfolgreich

Kalkar..  Der Jack-Russel-Terrier hatte sich gerade selbst auf der Verkaufsausstellung sein neues Lieblingsspielzeug aussuchen dürfen. Hunde sind Kinder – so hatte er nur noch Augen und Ohren für sein Geschenk. Doch gerade jetzt wollte sein sieben-jähriges Frauchen ihn auf dem roten Teppich der Talentshow vorführen, auf dem das harmonischste „Dreamteam auf sechs Pfoten“ gesucht wurde. Und nix klappte. Tränen liefen. Aber die Veranstalterin der Tier-Filmagentur, Aurelia Franke-Hornung aus Kalkar, hatte ein Einsehen. „Erst abregen. Dann noch mal“. Und dann kappte es. Das Publikum gab eindeutig ein „Ja“ zum „Recall“. Talentshow a’la Haustiermesse am Wochenende in Kalkar.

Auf 6000 Quadratmetern stellten Organisationen und Händler ihre Highlights vor, für alle, die Männchen machen oder mitbringen. Mittendrin als leiser Star „Filou“, Werbeträger für Futter, aldi-Prospekte, und aktiv in TV-Serien wie „Soko Köln“. „Als Movie-Star muss man nicht durch brennende Reifen springen, sondern im Gegenteil stress-resistent sein gegen Ablenkung“, erklärt Trainerin Ellen Huchtemann.

Hauptsächlich ging es bei der ersten Haustiermesse um Utensilien. Leinen en gros und Kratzbäume, Tierfutter jeder Sorte, blinkende Halsbänder mit und ohne lustige Aufdrucke – „Frauenversteher“, „Satansbraten“ „Kampfmops“, „Wadenbeißer“ und mehr.

Der „Thomas Gottschalk“ der Hundeszene, Moderator Klaus Kirchhoff, war da und mixte live frisches Futter. „Ich stelle ein Reh nach“, sagte er, während sich im Mixer Brokkoli und Salat zu Matsche verkleinerten. Wichtig war ihm aber vor allem der Rohfleischanteil für den Hund. Den kann man auch in Dosen kaufen und zu Hause Gemüse dazu schnippeln.

Aus Bayern kommt Austalian Shepherd „Oscar“ mitsamt menschlicher Begleitung. Er ist Vortester aller handgearbeiteten Design-Utensilien wie bayerisch-witzigen Leckerli-Beuteln, schwimmfähigen Apportier-Dummys aus Feuerwehrschläuchen und mehr.

Bequem, handlich, praktisch, das sind die wichtigen Attribute auf der Haustiermesse, die den Ausstellern aus ganz Deutschland und den Niederlanden richtig gut gefiel.

Aber etwas Luxus darf sein. Am Stand für Möpse begutachtet Familie Hensch aus Köln das Zubehör. „Ein Mops möchte gut gekleidet werden“ weiß Marion Hensch über den acht Monate alten „Ozzy“. Und Fachhändlerin Sabrina Mürmann erklärt: „Ein Mops ist kein Hund. Er ist eine Lebenseinstellung, ein Clown, eigenwillig und gelehrig“.

Viele Tierbesitzer konnten von ihrem Vierbeinern erzählen. An jedem Stand wurden Anekdoten ausgetauscht. Und viele Besucher verließen mit Riesen-Tüten das Wunderland.

In den Großteil der Halle durften die Menschen ihre privaten Hunde mitbringen. Hinter einer Abtrennung aber begann die Katzenwelt. Hier ging es um lässige Schönheit, gelangweiltes Gähnen hinter Gittern und glänzende Pokale. In mehreren Kategorien urteilte eine niederländisch-deutsche Jury, wer „best of the day“ und „Wurf des Tages“ werden sollte.