Mehr Museen braucht die Stadt
23.11.2008 | 16:27 Uhr 2008-11-23T16:27:00+0100Andere Probleme hat Kleve nämlich gar nicht. Und Platz genug wäre ja da.
Einstmals hat Franz Liszt in Kleve Klavier gespielt und Bernd Schuster Fußball. Von Franz Liszt künden bestimmt Akten im Stadtarchiv, an Bernd Schuster kann ich mich noch gut erinnern. Wie es um Schusters Gesundheit in Kleve bestellt war, weiß ich nicht. Franz Liszt wurde hier jedenfalls so richtig krank, die Galle, und weil weder er selbst noch die Damen in seiner Umgebung den hiesigen Ärzten über den Weg trauten, musste eigens ein Doktor aus Baden-Baden anreisen, um den Pianisten zu heilen.
Kleve - heimlicher Mittelpunkt der Welt? Immerhin ging hier Joseph Beuys zur Schule, und wie die Alten berichten, setzte er während der NS-Zeit einmal dem Vorzeige-Skelett im Biologieunterricht eine Nazi-Mütze auf. Jürgen W. Möllemann besuchte die gleiche Schule, zumindest zeitweise, nämlich so lange, bis er flog. Lustig ist diese Pointe nicht, wenn man das Ende der Geschichte kennt. Als Franz-Josef Strauß Bundeskanzler werden wollte, hielt er eine Rede in Kleve, und prompt ging die Sache schief. Plätzchen, Butter und Schuhe produzierte man hier für die halbe Welt - das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Für die Schuhe immerhin peilen einige Unermüdliche ein Museum an. Liszt hat darin so wenig zu suchen wie Beuys und Möllemann, aber für einen Schuster wäre vielleicht noch ein Plätzchen frei.
Lambert Lästig würde gerne in Kleve ein Museum für James Boswell sehen. Als der exzentrische Schotte 1764 eine Reise durch Europa unternahm, kam er auch durch Kleve. Ziel seiner Reise war die Erlangung der Weisheit: Er wollte die großen Aufklärer Rousseau und Voltaire kennenlernen. Dies gelang ihm auch, er brachte sogar eine kurze, aber heftige Liaison mit Rousseaus Geliebter zustande. Die Sache mit der Weisheit klappte auf diesem Weg hingegen nicht so ganz. Oder vielleicht gerade doch. Wie man's nimmt.
In Kleve war er jedenfalls zu Gast im Haus Bellevue. Allzu viele Zeilen in seinem Tagebuch war Herrn Boswell Kleve nicht wert. Aber immerhin: Er lobte den Blick aus dem Fenster und zeigte sich beeindruckt von einer englischen Spieluhr, die zehn verschiedene Melodien spielen konnte und tausend Pfund gekostet hatte. Schlecht ist ihm in Kleve nicht geworden. Für ein Museum wäre das schon allerhand. Platz genug ist ja vorhanden. Man muss nur wollen. Wir haben ja sonst keine Probleme.
14:48
@Müller
Wayne interessierts?
Hier lecker Hering *fischwerf*
15:53
Kleve braucht noch ein Museum - für den derzeitigen
-B- der könnte dann für die Nachwelt erhalten bleiben.
Aber die Klever bekommen das auch anhand von Wahlen hin oder??
08:26
Beide Kommentare sind DUMM und daher überflüssig!!
16:58
@ Heuvens
Kannst Du bitte mal mit der Lobhudelei über TB-C aufhören?
Parkbänke eröffnen, Bierfässer anzapfen, Schießstände einweihen, Karnevalsorden annehmen, überall grinsen sowie ein Blitzlicht aufleuchtet,...
Und wenn mal wieder ein Betrieb dicht macht, dann spürt er Ohnmacht oder es läuft ihm eiskalt den Rücken runter
Ja TB-C ist ein Mover und Shaker, wie er im Buche steht.
Das ist nur ätzend. Wenn der Dir doch so gut gefällt, red doch mal mit den Christen in Deinem Ort, die suchen ja noch einen Kandidaten.
Und wir in Kleve haben vor Dir und Deinem Liebling endlich unsere Ruhe.
16:37
Gott sei Dank, dass das mit Franz-Josef Strauss schiefgegangen ist.
Kleve ist jedoch lebens- und liebenswert, Freizeit, Kultur, Wirtschaft, Finanzen und Tourismus sind keine Gegner, sondern harmonieren in Kleve seit Theo Brauer. Viele Bürgermeister waren reine Verwalter ohne Führungsqualitäten, ohne Kreativität, ohne Visionen.
Jedoch: Brauer kann mehr, als nur Bürgermeister sein. Wer ihn kennt, sagt: er könnte auch im Landtag vieles bewirken und beeinflussen, hat Managerqualitäten ersten Ranges, ohne sein soziales Gewissen abzuschalten. Er ist in erster Linie Manager für die Menschen in ihrer Stadt, weniger Parteisoldat, kein Kriecher sondern aufrechter Demokrat.