Mehr Müll ist wertvoll

Kaputte Elektrogeräte und Altkleider werden auch am Wertstoffhof an der Briener Straße in Kleve gesammelt. Sie zählen zu den Wertstoffen.
Kaputte Elektrogeräte und Altkleider werden auch am Wertstoffhof an der Briener Straße in Kleve gesammelt. Sie zählen zu den Wertstoffen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Kreis Klever Bürger sammeln eifrig Wertstoffe. Sehr detaillierter Hol- und Bringservice. Zahl des Müllaufkommens insgesamt sinkt

Kreis Kleve..  194 Kilogramm Müll produziert jeder Klever Bürger pro Jahr. So haben es die Umweltbetriebe der Stadt gewogen. Das sind zwar 4,8 Prozent mehr als im Landesdurchschnitt (213 Kilo). Aber nur auf den ersten Blick sei dies „ein vielleicht nicht so gutes Ergebnis“, erklärt Rolf Janssen von den Umweltbetrieben der Stadt Kleve (USK). Denn man müsse die einzelnen Abfallarten betrachten.

Im Jahr 2013 wurden in Nordrhein-Westfalen 3,75 Millionen Tonnen Haus- und Sperrmüll eingesammelt – je Einwohner besagte 213 Kilogramm. Wie „Information und Technik Nordrhein-Westfalen“ als statistisches Landesamt errechnet, waren das knapp 40 Prozent weniger als im Jahr 1990 (im Bundesdurchschnitt -42,6 Prozent).

In Kleve liegt die Menge an Haus- und Sperrmüll, die meist zur Verbrennung gefahren werden, um 19 Kilogramm pro Einwohner (zehn Prozent) unter dem NRW-Landesdurchschnitt. Der Anteil an Wertstoffen – gelbe Säcke, aber auch Altkleider – aber ist sehr hoch: Kleve 160 kg, 141 in NRW. Rolf Janssen: „Da liegt Kleve um 41 Kilo je Einwohner beziehungsweise etwa 16,50 Prozent über dem Landesdurchschnitt.“ Auch der Grünabfall wird hier flächendeckend in der braunen Tonne abgefahren (Biotonne und Parkabfälle 130 Kilo in Kleve, 108 kg landesweit). Macht zusammen 485 in Kleve und 463 in NRW (inklusive rechnerisch ein Kilo „sonstiges“).

Gerade diese Entwicklung, nämlich vermehrte Erfassung werthaltiger Stoffe und Reduzierung/Vermeidung der Restabfälle, entspräche aber den abfallpolitischen Zielsetzungen in der Bundesrepublik Deutschland.

Die Entwicklung sei ein Indiz dafür, dass die Klever Bürger/innen bewusst zur Vermeidung von Restabfällen beitragen, unter anderem durch eine konsequente Trennung. Janssen sieht das auch als Beleg dafür, dass die USK in den vergangenen Jahren konsequent Angebote/Services ausgebaut haben. So wurde der Wertstoffhof eröffnet und werden Metallen, Alttextilien, Elektroschrott abgeholt und separat angenommen. Die Bürger/innen nutzten das aktiv.

Diese ausgeprägten Entsorgungsmöglichkeiten trügen sicherlich auch dazu bei, dass insgesamt in Kleve mehr Abfälle erfasst werden können, als im Landesdurchschnitt NRW.

Bei der Kreis Klever Abfallwirtschaft KKA vergleicht Hans-Peter Boos: Es sank der Anteil an Wertstoffen im Jahr 2013 um zwei Prozent und stieg der an Restmüll um sechs Prozent – allerdings wurde das im vorigen Jahre genau umgedreht. Die KKA nennt bereits Zahlen aus 2014 für jede Kommune. Mengenangaben gerundet in Tonnen. Bedburg-Hau (12 632 Einwohner): Wertstoffe 1927 to, Grünabfall 2326, Schadstoffe 10,8, Restmüll 2434 to. Goch (32 975 Einwohner) 5377 Wertstoff, 5782 Grün, 33,3 Schadstoff, 7663 Restmüll. Kalkar (13 703 Bürger) 2179 Wertstoff, 1711 Grün, 5,4 Schadstoff, 3016 Restmüll. Kleve (47 906 Einwohner) 7532 Wertstoffe, 6720 Grün, 32 Schadstoff, 9719 Restmüll. Kranenburg (10 207 Bürger) 1451 Wertstoff, 1037 Biomüll, 9,6 Schadstoff, 2072 Restmüll. Uedem (8119 Bürger) 1233 Wertstoff, 1015 Grün, 10,5 Schadstoff, 1389 Restmüll. Weeze (10 113 Bürger) produzierten 1479 to Wertstoffe, 1268 Grünabfall, 8,3 to Schadstoffe, 1977 Restmüll. Summe an Siedlungsabfällen im Kreis (302 140 Einwohner): 152 013,9 Tonnen.