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Landwirtschaft

Kühe rülpsen und pupsen bei Maisfutter weniger Methan

19.03.2014 | 05:00 Uhr
Kühe rülpsen und pupsen bei Maisfutter weniger Methan
Die Futtermischung macht's: Wenn Kühe vor allem Mais statt Gras fressen, stoßen sie weniger klimaschädliches Methan aus.Foto: dpa

Kleve.   Kühe haben einen etwas geringeren Schadstoffausstoß, wenn sie vor allem Mais fressen anstatt Gras. Das ergab ein Versuch der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Kühe rülpsten und pupsten dann weniger klimaschädliches Methan, teilte die Kammer im niederrheinischen Kleve mit.

„Warum rülpset und furzet ihr nicht? Hat es euch nicht geschmacket?“ Die oft Luther zugeschriebene, aber wohl doch von Goethe stammende zünftige Frage, ist im modernen Milchkuhstall auf Haus Riswick überflüssig.Denn die schwarzbunten Hochleistungskühe haben damit nun so gar kein Problem. Ihnen schmeckt’s. Hörbar, riechbar, messbar. Letztere, nämlich Messungen, führte die Landwirtschaftskammer NRW gemeinsam mit der Uni Bonn im Versuchskuhstall durch. Erforscht wurde in den vergangenen vier Jahren der Ausstoß klimarelevanter Gase bei der Milchviehhaltung.

Die Kuh als Klimakiller?

„Die Kuh als Klimakiller taucht regelmäßig in den Schlagzeilen auf“, weiß Johannes Frizen, Präsident der Landwirtschaftskammer NRW. „Aber belastbare Ergebnisse gab es bisher nicht.“ Deswegen wurde der Versuchsmilchkuhstall 2010 auf Haus Riswick errichtet, damit erforscht werden konnte (und weiterhin erforscht wird), welchen Einfluss Fütterung und Haltung auf den Ausstoß klimarelevanter Gase haben.

Sie füttern die Kühe auf Haus Riswick: Azubi Jan Backes, Doktorandin Sandra Troost und Praktikantin Carina Bosse. Foto: Heinz Holzbach/WAZ FotoPool

Nun konnten zumindest die ersten Ergebnisse bezüglich der Klimabelastung mit Methangas und Ammoniak präsentiert werden. Lachgas, das auch als Klimakiller gilt, soll ab Jahresbeginn 2015 besonders unter die (Mess-)Lupe im Riswicker Offenstall genommen werden. Die Ergebnisse sind alle noch nicht praxisrelevant, sondern eher der Grundlagenforschung zuzuordnen. Professor Dr. Wolfgang Büscher (Uni Bonn) resümierte, dass der Anteil der Landwirtschaft an den gesamten Treibhausgasemissionen (2010) bei 13 Prozent lag.

Kuh-Püpse sind weniger schädlich als Kuh-Rülpser

Die Methanimmissionen von Milchkühen sind dabei erheblich. Denn 60 bis 70 Prozent von den 13 Prozent gingen direkt auf das Kuhkonto. Die Haltung – ob Plan- oder Spaltenböden – macht nur minimale Unterschiede. Ein Fazit des Professors freute allerdings auch Kreislandwirt Josef Peters: Hohe Leistungen des einzelnen Tieres sind sinnvoll, weil klimaschonend. So ist die Freisetzung klimarelevanter Gase je Liter Milch bei hochleistenden Kühen niedriger als bei Kühen mit geringer Milchleistung, stellte Dr. Sebastian Hoppe von der Landwirtschaftskammer NRW klar.

Inwieweit das Futter Einfluss auf die schädlichen Gase hat, wurde ebenfalls untersucht. Lange Futterversuche zeigten – vereinfacht gesagt: Mais verursacht etwas weniger „Ausgasungen“ als Gras. Übrigens: Kuh-Püpse sind weniger mit Klimakillergasen belastet als Kuhrülpser.

Mahlzeit.

Anke Gellert-Helpenstein

Kommentare
23.03.2014
10:07
Kühe rülpsen und pupsen bei Maisfutter weniger Methan
von Catman55 | #6

Die Studie stammt vermutlich von der "Fleischindustrie", damit die Fleischesser ein etwas weniger schlechtes Gewissen haben können.... ;-)

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Kühe rülpsen und pupsen bei Maisfutter weniger Methan
Kühe rülpsen und pupsen bei Maisfutter weniger Methan
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http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-kleve-und-der-region/mehr-milch-weniger-methan-id9134119.html
2014-03-19 05:00
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