Max, Moritz und die Rheinbrücke

2015 bietet zwar kein großes Fußballturnier oder Olympische Spiele. Der Sommer könnte also zäh werden. Dafür gibt es Jubiläen. Die Rheinbrücke zwischen Kleve und Emmerich wird beispielsweise 50 Jahre alt. Sie hat also etwas mit der ersten „Aktuellen Stunde“ im Bundestag, dem Italo-Western „Für eine Handvoll Dollar“ mit Clint Eastwood oder dem Deutschland-Tournee-Debüt der Rolling Stones gemeinsam. Dreimal so alt sind die Berliner Rohrpost und Max und Moritz. Wenn die boshaften Lausbuben, 1865 erfunden von Wilhelm Busch, später das Licht des Planeten erblickt hätten, wer weiß, ob die Rheinbrücke ein halbes Jahrhundert Bestand gehabt hätte. „Aber wehe, wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe“ muss man hier nicht anführen. Max und Moritz werden bekanntlich beim finalen siebten Streich von Bauer Mecke erwischt, in die Mühle geworfen, zermahlen und von zwei Enten gefressen. Märchenhafte Pädagogik war vor 150 Jahre so eisern wie die Rheinbrücke.