Markus Quinders ist NRWs bester "technischer Systemplaner"

Markus Quinders arbeitet bei Schwevers & Raab Stahl-Hochbau in Kalkar und ist unser Mensch am Mittwoch
Markus Quinders arbeitet bei Schwevers & Raab Stahl-Hochbau in Kalkar und ist unser Mensch am Mittwoch
Foto: A. Daams
Markus Quinders war in diesem Jahr der beste technische Systemplaner bei den Abschlussprüfungen der IHK in NRW. Nebenher vertreibt er Rasenmäher.

Kalkar.. Markus Quinders hat die richtige Wahl getroffen. Quinders, Jahrgang 1994, besuchte nach der Realschule das Berufskolleg in Geldern. Dort machte er Abitur mit Schwerpunkt Wirtschaft. Da hätte eine kaufmännische Karriere nahegelegen. „Aber das wollte ich nicht jeden Tag machen“, stellte er sehr schnell fest. Doch was dann? Markus Quinders tat das einzig Vernünftige. Er schaute sich um, machte diverse Praktika und stellte fest: in Richtung Technik sollte es schon gehen.

Bei der Schwevers & Raab Stahl-Hochbau GmbH in Kalkar begann er schließlich im Sommer 2013 seine Ausbildung als technischer Systemplaner. Jetzt hat er sie abgeschlossen. Aber nicht einfach nur so. Quinders ist in seinem Fach Landesbester der Industrie- und Landeskammer (IHK) in ganz NRW geworden. Für die Besten der Besten hat die IHK sogar eine Gala in der Düsseldorfer Tonhalle organisiert, mit Politikern und Wirtschaftsvertretern. „Das war schon toll“, schwärmt Quinders. Und das gibt Auftrieb für das Studium, in dem er sich jetzt befindet. Bauingenieurwesen in Aachen. In den Ferien oder sonst, wenn er Zeit hat, will er der Firma treu bleiben. „Ich will das für mich dual aufbauen“, sagt er.

Projekte von der Idee ins Greifbare bringen

Was ist eigentlich ein technischer Systemplaner? Früher gab es den technischen Zeichner. Ein Berufsbild, das inzwischen in mehrere Bereiche spezialisiert ist. Quinders etwa ist als technischer Systemplaner zuständig für Stahl- und Metallbautechnik, also etwa für das Skelett großer Hallen. Das, was der Architekt entwirft und der Statiker berechnet, muss von der Idee ins Greifbare gebracht werden. Jeder Fehler bei der Planung zieht enorme Kosten nach sich. Man fährt nicht so einfach riesige Stahlträger durch die gesamte Republik, wenn etwas nicht stimmt.

„Um ein Gefühl für das zu bekommen, was man plant, war ich erstmal auf den Baustellen“, berichtet Quinders. In der Werkstatt ging es dann um die Maschinenbedienung. Da wird geschweißt und geflext, echtes Handwerk also. Erst dann lernte Quinders seinen eigentlichen Tätigkeitsbereich kennen: einen PC mit großen Monitoren, auf dem man Konstruktionszeichnungen oder Ausführungszeichnungen erstellt. „Es ist ein langer Weg, bis man das hinbekommt“, gibt er zu. Seine Erkenntnis: „Erfahrung ist ganz wichtig in dem Job, und die kriegt man nur durch praktische Anwendung, da hilft einem kein Buch.“

Deshalb hat er sich vorgenommen, sich nebenher eine eigene Halle zu planen. Die Planung könnte dann ja vielleicht seine Bachelorarbeit sein. Und was macht er mit einer eigenen Halle? Die wäre für sein Nebengewerbe gedacht, das er mit 18 Jahren angemeldet hat. Dabei geht es um den Vertrieb gehobener Aufsitzmäher und deren Ersatzteile. „Das hat sich aus einem Hobby so entwickelt“, erklärt er. Jedenfalls finanziert das Hobby nun sein Studium. Gut geplant ist eben halb gewonnen: Markus Quinders hat den Dreh raus.