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Mammutprojekt Unterstadt

18.09.2008 | 18:05 Uhr

Der Technische Beigeordnete Jürgen Rauer stellte gestern den Realisierungs-Fahrplan im Rathaus vor.

KLEVE. Sie haben es im Fokus – das Rathaus. Renovierung, Teilrenovierung oder Neubau – das ist die Frage aller Fragen. Und damit beschäftigen sich derzeit hinter den Türen des alten Rathauses – das mindestens dringend renovierungsbedürftig ist – etliche Mitarbeiter der Stadtverwaltung. „Es ist eine spannende Planung”, sagte gestern der Technische Beigeordnete Jürgen Rauer. Zu spüren sei davon nach außen noch nicht sehr viel, weil intensiv an dem Ausschreibungsverfahren gearbeitet werde.

Den Realisierungs-Fahrplan Unterstadt konkretisierte Jürgen Rauer gestern im Rahmen einer Vorstellung der aktuellen Bauprojekte der Stadt Kleve (ausführlicher Bericht folgt). Auf Basis des Workshops 2000 werden drei Alternativen erarbeitet: Sanierung des alten Rathauses, Teilsanierung mit architektonischer und städtebaulicher Anpassung an das Umfeld oder kompletter Abriss und Neubau. Bei letzterer Variante steht – wie mehrfach berichtet – ein Multifunktionszentrum zur Debatte, inklusive Einkaufszentrum. Sechs Planungsteams sollen ein städtebauliches und architektonische Konzept für das Gebiet von der Herzogbrücke bis zum Museum Koekkoek entwickeln. Die Ausschreibung dieser Teams erfolgt – wie vorgeschrieben – europaweit. Um eine Mitarbeit örtlicher Architekturbüros sicherzustellen, würden dem Team Klever „zugelost”. „Es liegen ausreichend Bewerbungen von Klever Architekturbüros vor”, versicherte Rauer. Deren Leistungsfähigkeit reiche allerdings nicht aus, um ein Projekt dieser Größenordnung – sprich einem Investitionsvolumen von 50 bis 70 Millionen Euro – allein zu stemmen. Anfang Dezember sollen die Planungsgruppen ihre Arbeit aufnehmen. Bereits im Januar werden erste Ideen öffentlich präsentiert – vermutlich in einem Gebäude des ehemaligen XOX–Geländes. Bis Ende März sollen die Ergebnisse ausgewertet sein, kündigte Jürgen Rauer an.  Bei der Realisierung dürfe nicht nur die Wirtschaftlichkeit – sprich die Kosten – eine Rolle spielen, mahnt Jürgen Rauer: „Die Qualität liegt uns sehr am Herzen. Denn dieses Projekt wird die Unterstadt die nächsten 100 bis 200 Jahre prägen”. „Gründlichkeit vor Schnelligkeit”, ergänzte Bürgermeister Theo Brauer. Der stolz darauf verweist, dass das Projekt aus eigener Leistungskraft der Stadt Kleve gestemmt werden soll – ohne Kredite.

Welche Rathaus-Variante realisiert wird, darüber will die Stadt die Bürger am 7. Juni 2009 entscheiden lassen. 2010 sollen dann die Arbeiten vergeben werden. Wird das Rathaus abgerissen, ist mit Fertigstellung des Neubaus Ende 2012 zu rechnen.

Gaby Goch

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