Mäßige Noten für Kleve

Pascale van Koeverden hätte sich ein besseres Ergebnis gewünscht. Die Arbeit am Radverkehrskonzept geht weiter.l
Pascale van Koeverden hätte sich ein besseres Ergebnis gewünscht. Die Arbeit am Radverkehrskonzept geht weiter.l
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der ADFC führte in der Kreisstadt eine Umfrage zum Thema Radfahren durch. Bei den Themen Sicherheit und Komfort gab es eine Menge zu meckern

Kleve..  Die Enttäuschung ist ihr anzumerken. Pascale van Koeverden hätte sich ein besseres Ergebnis für die erste Fahrrad-Umfrage in Kleve gewünscht. Seit ein paar Jahren arbeitet sie im städtischen Fachbereich Planen und Bauen für ein fahrradfreundlicheres Kleve und gerade in den vergangenen zwei Jahren hat sich in der Kreisstadt eine Menge verändert.

Es wurden Fahrradstraßen eingerichtet, unnötige Barken entfernt, Querungshilfen wurden gebaut, Schutzstreifen angebracht, Einbahnstraßen für Radfahrer geöffnet. Die Liste der Taten ist lang. Insgesamt hat Kleve fast 700 000 Euro in die Hand genommen. Und doch schneidet die Stadt bei der jüngsten Umfrage des ADFC nur mäßig ab. Gesamtnote: 3,7.

Der ADFC, der deutsche Fahrradclub, befragte in Kleve 221 Menschen nach ihrer Meinung über die Situation für Radfahrer in der Stadt. Beim Thema Sicherheit gab es von den Klever nur eine 4,0. Die Radfahrer bemängeln ein unsicheres Fahrgefühl auf den Straßen, sie ärgern sich über die Radwegeführungen bei Baustellen (hier gab es nur eine 4,6) und über die Breite der Radwege und Radfahrstreifen. Fast 70 Prozent der Befragten gaben an, dass sie diese nur als ausreichend bis ungenügend empfinden.

Ampelschaltungen in der Kritik

Schlecht seien auch die Ampelschaltungen. Auch hier sagen 70 Prozent der Befragten, dass diese nur ausreichend bis ungenügend auf die Radfahrer abgestimmt sind.

Pascale van Koeverden, die in Kleve federführend die Umsetzung des Radverkehrskonzeptes betreut, sieht hier Verbesserungsbedarf: „Die Situationen an Verkehrsknotenpunkten und an Ampeln ist noch verbesserungswürdig“, sagt sie. Nur könne die Stadt Kleve dies nicht allein entscheiden. Bei größeren Straßen benötige man auch die Zusammenarbeit mit Straßen.NRW.

Die Studie sieht van Koeverden zwiespältig. Es sei das erste Mal, dass es in Kleve eine derartige Umfrage gegeben habe. Die Verwaltung nehme das Ergebnis ernst und begnüge sich nicht damit, die schlechten Umfragewerte nur als Öffentlichkeitsproblem zu werten. „Sicherlich sind manche Maßnahmen auch wenig öffentlichkeitswirksam“, sagt van Koeverden. Etwa, wenn Umlaufschranken abgebaut werden. „Der Klever reagiert eher auf neue, größere Maßnahmen“, so van Koeverden. Ein gutes Beispiel ist die Errichtung des neuen Radweges an der Albersallee.

Pascale van Koeverden denkt in Etappen. Das Radverkehrskonzept sei noch nicht in Gänze umgesetzt. Die Verwaltung werde weiter konsequent an der Umsetzung arbeiten. Aktuell wurde der Antrag zur Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte (AGFS) gestellt (siehe Bericht unten). „Die Verbesserung des Radverkehrs hat für die Politik schon einen größeren Stellenwert bekommen“, so van Koeverden. Nur benötige man noch mehr Zeit.