Lange Asylverfahren

Kalkar..  Die Zahl der Asylbewerber in Kalkar hat sich in den vergangenen Monaten deutlich erhöht. Die Mitglieder des Forum Kalkars wollte daher jetzt in der Ratssitzung wissen, wie es um die Versorgung und Integration der Asylbewerber in Kalkar bestellt ist. Sie stellten mehrere Fragen an die Verwaltung. Fachbereichsleiter Andreas Stechling führt in seinen Antworten aus, dass es aktuell 123 Asylbewerber in Kalkar gebe, davon ein Drittel jeweils Männer, Frauen und Kinder. Die Altersstruktur sei sehr gemischt und auch die Herkunft die Bewerber sei sehr unterschiedlich.

Die Stadt habe zur Unterbringung 19 Wohnungen angemietet und es werden zwei Übergangsheime unterhalten.

Die Kosten der Wohnungen würden sich nach dem örtlichen Mietspiegel konzentrieren. Innerhalb der Verwaltung kümmern sich mehrere Mitarbeiter um die Asylbewerber, unter anderem der Streetworker Peter Holderberg und der Hausmeister.

Die Stadt setze zehn Asylbewerber am Bauhof zur Tagesbeschäftigung ein. Aufgrund der Sprachprobleme könne man aber auch nicht mehr Leute dort aufnehmen, so Stechling.

Sprachkurse privat

Sprachkurse werden von der Familienbildungsstätte und Privatinitiativen angeboten. Die schulische Integration erfolge über die Grundschule und die weiterführenden Schulen.

Stechling erklärte, dass von den 123 Asylbewerbern nur noch 85 sich in einem laufenden Verfahren befinden. 38 Personen hätten eine Ablehnung erhalten. Fachbereichsleiter Stechling sagte, dass die Asylverfahren viel zu lange dauern würden. In einem Fall der Stadt Kalkar sogar schon 10 Jahre lang, ohne dass eine Entscheidung getroffen werde. „Das ist eine unerträgliche Situation für die Asylbewerber“, so Andreas Stechling.

Das Kalkarerer Ratsmitglied Jochem Reinkens (SPD) betonte, dass man nach seiner Ansicht die Schulen mit der Integration der Flüchtlingskinder sträflich allein lasse. Den Schülern fehlten jegliche Sprachkenntnisse. Geeignete Hilfen für den Unterricht gebe es nicht.