Landrat auf dem Präsentierteller

Mit akkurat sitzender Krawatte bilanzierte Landrat Wolfgang Spreen (CDU) vorm eigentlichen Wahlkampfbeginn kurz seine Arbeit und die Kreissituation.
Mit akkurat sitzender Krawatte bilanzierte Landrat Wolfgang Spreen (CDU) vorm eigentlichen Wahlkampfbeginn kurz seine Arbeit und die Kreissituation.
Foto: Anne Wohland
Was wir bereits wissen
CDU fühlt sich für Wahlen im September mit Wolfgang Spreen gut gerüstet, trotz grundsätzlich sinkender Wahlbeteiligung. Region ist eben CDU-Hochburg

Kreis Kleve..  Eine Personenwahl steht an: Im Kreis Kleve, politisch beständiger CDU-Acker, gilt es für die hiesigen Christdemokraten bei der anstehenden Wahl im September die aufgestellten CDU-Bürgermeister (über interne Streits und in vielen Kommunen Gegenkandidaten aus dem einstigen CDU-Lager hinweg) und auch den erneut fürs Amt antretenden Landrat(skandidaten) Wolfgang Spreen zu präsentieren und allen Mehrheiten zu verschaffen. Weil die Wahl diesmal abgekoppelt von sonstigen Wahlen über die Bühne geht, wird das Mehrheiten sichern nicht einfacher – auch wenn man sich bei der CDU gelassen gibt.

Statt gestern in den „heißen Wahlkampf“ (der von CDU-Seite auf die vier Wochen nach den Sommerferien angesetzt wird) einzutreten, nahmen sich Spreen, der CDU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Günther Bergmann sowie seine Mit-Abgeordnete Margret Voßeler Zeit zum Bilanzieren der Kreispolitik.

Trockene Bilanz statt Attacke

Spreen spricht darüber wie gut der Kreis aufgestellt sei: allgemein stehe man „vielleicht sogar sehr gut“ da (zieht man den Vergleich zu Ruhrgebietsstädten), finanziell gehe es dem Kreis „vergleichsweise gut“. An die am Flughafengebiet Weeze entstandenen, 700 nachhaltigen Arbeitsplätze und die erfolgreich laufende Hochschule Rhein-Waal erinnert der Landrat und argumentiert dazwischen gegen die geplante Pkw-Maut, die grenzüberschreitend Erreichtes wieder zunichte macht. Gegen den Ärztemangel fordert er erneut die Erhöhung der Medizinstudienplätze vom Bund, fordert für den Kreis mehr Lehrer von Landesseite und kritisiert die auf den Kommunen lastenden Kosten zur Flüchtlingsunterbringung.

Nichts Neues. Eine Art Gedächtnisstütze für Wähler. Wobei dies zugleich die Wahlkampfstrategie der CDU bleibt, ist zu vermuten. „Ich bin so wie ich bin“, entgegnet Spreen auf die Frage, ob er für seine Wiederwahl – und dem Gegenwind durch den SPD-Landratskandidaten Jürgen Franken – seine Person nicht mehr in den Mittelpunkt stellen müsse. „Möglicherweise wird es eine stärker personenbezogene Wahl“, sagt Spreen. Doch es gehe nicht nur um ihn selber, schließlich stehe seine Kandidatur „nicht losgelöst vom Parteihintergrund.“ Ein Personenduell sehnt er sich wohl nicht herbei. Fragt man ihn nach „Herrn Franken“ folgt blitzschnell die Feststellung: „Ulrich Francken ist Bürgermeister von Weeze“. Eine Juristenantwort, zu der Spreen verschmitzt lächelt, ihn aber nicht von dem Personenwahlkampf verschont.

Es ist Bergmann, der stets auf Spreens Ausführungen hin dem Landrat nachträglich Lorbeeren verleiht. Zumindest beim Pressegespräch. Bergmann ist es auch, der gegen Franken das Wort ergreift, ohne ihn zu nennen, weil er sich mit „Luftblasen“ in die Presse stelle. Auf einer Rednerbühne kann er diese Rolle ab August nicht spielen, weiß auch Bergmann: „Tue Gutes und rede darüber! Das müssen wir noch verstärken“, sagt er und meint seinen Landrat. Mit der nötigen Mehrheit im ersten Wahlgang werde man Spreen schon ausstatten, trotz überall sinkender Wahlbeteiligung.