Kurze Wege für kleine Patienten
18.01.2010 | 18:51 Uhr 2010-01-18T18:51:00+0100
Kreis Kleve. Für die Behandlung chronisch kranker Kinder und Jugendliche ist fast nichts so wichtig, als dass sie so wenig wie möglich von Eltern, Geschwistern und Freunden getrennt werden.
Lange Fahrten zu den Klinken und die damit oft verbundene stationäre Aufnahme belasten nicht nur, sondern tun vor allem auch eines: „Sie reißen ein Kind aus seinem sozialen Umfeld”, weiß Dr. Hedi Claahsen. So auch bislang in der Grenzregion Rhein-Waal. Denn Kinder mit seltenen und speziellen Erkrankungen mussten zur Behandlung Fahrten in die Universitätsklinken in Essen, Münster, Düsseldorf und Bonn in Kauf nehmen. Doch das hat nun ein Ende. 100 000 Euro erhalten nämlich die Kinderklinken des UMC St. Radboud und des St.-Antonius-Hospitals Kleve, um ihre Zusammenarbeit, die im Übrigen schon seit 2006 forciert wird, zu intensivieren. Die beiden Klinken sollen die Basis schaffen, um im deutsch-niederländischen Grenzgebiet neben der Grundversorgung wohnortnah auch hochspezialisierte medizinische Leistungen für Kinder sicherzustellen.
Lange Wege vermeiden
Natürlich arbeiten schon jetzt niedergelassene Hausärzte des Kreises und die Klever Kinderklinken mit Spezialisten anderer Krankenhäuser zusammen – allerdings sind die mit langen Wegen verbunden. Zielsetzung der Zusammenarbeit der Klinken ist daher, die Kinder im eigenen Umfeld zu behandeln und spezifische Fragen und Probleme mit Spezialisten der UMC St. Radboud zu besprechen. Auch besteht die Möglichkeit, ein Kind in Nijmegen vorzustellen. Umgekehrt, wird auch geprüft, welche Möglichkeiten die Klever Kinderklinik für die Behandlung von kleinen Patienten aus den Niederlanden bietet und welche spezielle Diagnostik hier im Kreis durchgeführt werden kann.
Für die Umsetzung der neuen Zusammenarbeit zeigen sich Dr. Hedi Claahsen-van der Grinten, Kinderärztin im UMC St. Radboud, und Dr. Jochen Rübo, Chefarzt der Kinderklinik im St.-Antonius-Hospital, verantwortlich. Gemeinsam haben sie ein Konzept entwickelt. Neben einer monatlichen Videokonferenz, in der die Ärzte gemeinsame Patienten besprechen, sieht dieses auch vor, Eltern entsprechend zu informieren. Dafür wird derzeit zweisprachiges Informationsmaterial vorbereitet. Auch die Webseite der beiden Kinderklinken wird übersetzt. Darüber hinaus ist ein Austausch von Ärzten und Pflegepersonal geplant.
0mitdiskutieren