Kurt wollte Rosenkäfer sein

Rosenkäfer
Rosenkäfer
Foto: privat
Was wir bereits wissen
Die Larven auf dem Komposthaufen tragen zur Bildung von Dauer-Humus bei und sind von daher bei den Gärtnern beliebt

Kreis Kleve..  Bei der wunderschönen Zeichentrick-Serie „Biene Maja“ gab es quasi als Nebendarsteller und Freund von Maja den Kurt. Der war ein Mistkäfer, wollte aber immer gerne ein Rosenkäfer sein und nahm deswegen morgens immer ein Bad in „Rosenblütenstaub“.

Jetzt hatte ich das Glück, einmal wieder einen Rosenkäfer beobachten zu können. Der Käfer hat tatsächlich ungefähr die gleiche Größenklasse wie ein Mistkäfer. Die sieht man ja doch recht oft zum Beispiel im Reichswald, wenn sie scharz-glänzend und kugelig in der Gestalt über die Waldwege krabbeln und starkes Interesse an Pferdemist zeigen.

„Mein“ Rosenkäfer kam mit starkem Gebrumm über eine offene Wiesenfläche geflogen und landete dann sehr zielgenau auf den Blüten eines Hartriegels. Dieser einheimische Strauch bildet weiße doldige Blütenstände, die neben Käfern auch viele Schwebfliegen und Bienen anlocken.

Einen fliegenden Rosenkäfer beobachten zu können ist aber etwas Besonderes, denn der kann etwas, das ihn von allen anderen Käfergruppen unterscheidet. Haben sie schon mal einen Marienkäfer beim Abfliegen beobachtet? Wenn man genau hinsieht, bemerkt man, dass die Käfer zuerst ihre großen Deckflügel aufklappen. Darunter kommen dann die weicheren Hinterflügel zum Vorschein. Die werden ausgeklappt und zum Fliegen benutzt. Nach dem Flug werden die Hinterflügel wieder zusammengefaltet und verschwinden dann wieder unter den Deckflügeln.

Beim Rosenkäfer ist das anders. Der muss seine goldgrün glänzenden Flügel nicht aufklappen. Die weichen Hinterflügel kommen unter einer seitlichen Wölbung hervor. Der Käfer fliegt sozusagen mit geschlossenen Flügeln.

Der Goldglänzende

Das Auffälligste am Rosenkäfer ist natürlich seine metallisch glänzende Färbung. Die kann durchaus variabel sein und neben dem schon erwähnten goldgrün auch bronzefarben sein oder ins Bläulich-violett-Glänzende gehen. Auch die wissenschaftliche Artbezeichnung „aureus“, was golden heißt, weist auf die schöne Färbung des eineinhalb bis zwei Zentimeter großen Käfers hin. Auch die korrekte deutsche Artbezeichnung lautet Goldglänzender Rosenkäfer.

Charakteristisch sind dann noch die weißen Querbänder, die sich deutlich auf den großen Deckflügeln abzeichnen.

Die Larven sind so genannte Engerlinge, die man hin und wieder beim Umsetzten des Komposthaufens entdecken kann. Das ist ein bevorzugter Ort, an dem sich Rosenkäferlarven entwickeln.

Schaden richten die Engerlinge dort natürlich nicht an, denn der Kompost „lebt“ ja davon, dass pflanzliches Material zersetzt wird. Im Gegenteil, sie tragen zur Bildung von Dauer-Humus bei und sind von daher beim Gärtner, jedenfalls bei denen, die die Larve des Rosenkäfers kennen und erkennen, beliebt und willkommen. Diese Gärtner werden die versehentlich ausgebuddelte Larve schnell wieder mit Erde und Rottematerial bedecken. Auch der schöne Käfer kann aufgrund seiner Lebens- und Fressgewohnheiten kaum zum Schädling werden. Der Käfer ernährt sich an Blüten von Nektar und Blütenpollen. Insofern war Kurt, der Freund von Biene Maja, schon genau auf der richtigen Spur mit seinem allmorgendlichen Bad im „Rosenblütenstaub“.